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  • 12.07.2010 - 08:35 GMT
  • DBV
Landwirtschaft und Fischerei

DBV: Zulassung europäisch – Anbauentscheidung national

DBV: Situation bei gentechnisch veränderten Pflanzen immer komplizierter

Der Deutsche Bauernverband (DBV) setzt sich nachdrücklich dafür ein, Zulassungs- und Anbauentscheidungen für gentechnisch veränderte Pflanzen nur auf wissenschaftlicher Grundlage vorzunehmen. Außerdem ist aber die deutlich kritische Haltung der Bevölkerung gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen und Produkten zu berücksichtigen.
Nachdem die Europäische Kommission immer wieder mit sehr unterschiedlichen Voten des Agrarministerrates konfrontiert wird, hat sie sich jetzt entschlossen, das Zulassungsverfahren auf europäischer Ebene abzuwickeln, die Entscheidungen über den Anbau aber auf die EU-Mitgliedstaaten zu übertragen. Dieses Verfahren trägt zwar den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den EU-Mitgliedsländern Rechnung, birgt jedoch erneut Risiken für die Koexistenz der Landwirte. Die Koexistenz ist das Miteinander von Landwirten, die sich gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgesprochen haben, und von  denjenigen, die die Grüne Gentechnik auf ihren Feldern nutzen wollen. Je nach Entscheidungssituation auf nationaler Ebene sind Schwierigkeiten vorprogrammiert, strikte Grenzwerte einzuhalten. Der Deutsche Bauernverband appelliert deshalb noch einmal an alle Beteiligten, praxisgerechte Leitlinien für die Koexistenz auf der Basis repräsentativer Versuchsanstellungen zu erarbeiten.
In Deutschland bleibt es ohnehin dabei, dass angesichts der restriktiven Haftungsregelungen des deutschen Gentechnikgesetzes und der daraus folgenden Anbauregeln jedem Landwirt nur vom Anbau abgeraten werden muss. Bevor nicht europaweit eine Klärung erfolgt ist, wie mit der Grünen Gentechnik grundsätzlich umgegangen werden soll, sind auch die jüngsten Entscheidungen im Grunde nur Beiwerk.

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