Aktuelles > Desinformation effektiv entgegenwirken | De-Briefing Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Artikel Details:

Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Desinformation effektiv entgegenwirken | De-Briefing Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Wie lässt sich Desinformationskampagnen gezielt entgegenwirken? Welche Schwerpunktsetzung ist im Rahmen der europäischen Bildungspolitik geplant und wie wird es mit dem Austauschprogramm Erasmus+ weitergehen? Diese und viele weitere Fragen waren Thema des EBD-De-Briefings zur Tagung der Ratsformation Bildung, Jugend, Kultur und Sport am 24.5.2019.

Es referierten Wolfgang Wohnhas, Referatsleiter für Internationale Zusammenarbeit im Medienbereich; Deutsche Welle; Rundfunk bei der Staatsministerin für Kultur und Medien, und Hannah Gebel vom Referat Übergreifende Fragen und Bildungspolitik der EU im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Janin Hartmann, Projektleiterin „Europäischer Wettbewerb“, moderierte die Diskussion.

Kultur und Medien

Wolfgang Wohnhas war im Rat für Audiovisuelles dabei und berichtete ausführlich über die Orientierungsaussprache mit dem Titel „Von der Bekämpfung der Desinformation bis zur Wiederherstellung des Vertrauens der EU-Bürger in die Medien“. Die EU habe bereits zahlreiche politische Initiativen in diesem Kontext initiiert. Unter anderem sei ein „Europäisches Fakten-Prüfungsportal“ im Aufbau, für das bisher ein Budget von 2,5 Millionen Euro angesetzt sei. Positiv bewertet wurde auch die Zusammenarbeit mit großen Internetplattformen wie Google und Facebook, die sich in einem neuen Verhaltenskodex zur Selbstregulierung verpflichteten.

Im Zuge des Europawahlkampfes seien gezielte Fake-News-Attacken aufgetreten, diesen wurde aber effektiver als bisher begegnet. Trotz dieser Erfolge sei es wichtig, nicht über das Ziel hinauszuschießen. Gezielte Bekämpfung von Desinformation dürfe nicht zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit führen. Eine umfassende Evaluation der bereits erfolgten Maßnahmen zur Eindämmung der Desinformationen sei für Ende 2019 angesetzt, weitere Maßnahmen seien für das Jahr 2020 geplant.

Mit Blick auf die deutsche Ratspräsidentschaft ab Juli 2020 sei im Medienbereich eine Schwerpunktsetzung auf die Themen Medienvielfalt, Plattformregulierung und Qualitätsjournalismus zu erwarten. Zusätzlich sei eine große EU-Medienkonferenz (Deutsche Welle Global Media Forum) geplant, die am 07./08.07.2020 stattfinden soll.

Bildung

Im bildungspolitischen Bereich standen die Themen Lehren und Lernen von Fremdsprachen, Stärkung von qualifizierter frühkindlicher Bildung und Betreuung sowie die Entwicklung von Weiterbildungspfaden für Erwachsene auf der Agenda. Zur Förderung der europäischen Sprachenvielfalt nahmen die Ministerinnen und Minister eine Empfehlung  zu einem umfassenden Ansatz für das Lehren und Lernen von Sprachen an. Kerngedanke ist dabei der umfassende Ausbau der Sprachenkompetenz, der das Lernen von zwei Fremdsprachen in der Schule beinhaltet. In diesem Kontext sei auch die Förderung seltener gelernter EU-Sprachen wünschenswert.

Hinsichtlich der Qualitätssicherung frühkindlicher Bildung einigten sich die Ministerinnen und Minister auf das Ziel einer Professionalisierung von Erzieherinnen und Erziehern, etwa durch die Sicherung eines gleichwertigen Ausbildungszuganges. Ganz nach dem Leitbild des lebenslangen Lernens nahm der Rat beim Punkt Weiterbildungspfade Schlussfolgerungen zum Thema „Umsetzung der Empfehlung des Rates für Weiterbildungspfade: Chancen für Erwachsene“ an. Als Adressaten für sollen besonders niedrig qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angesprochen werden, wobei die Sensibilisierung der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Vordergrund stehe.

In der anschließenden Diskussion erfragten die anwesenden Gäste, wann mit einem Nachfolgeprogramm für ET 2020 zu rechnen sei. Diesbezügliche Verhandlungen werden erst unter Federführung der neuen Kommission stattfinden. Erste Ergebnisse sind in 2020 zu erwartet, wobei keine Bindung an den MFR bestehe. Inhaltlich wird es vermutlich eine weitgehende Übereinstimmung zum Europäischen Bildungsraum geben.

Zusätzlich ist ein zweiter Europäischer Bildungsgipfel geplant. Im September 2019 stattfindend, wird sich dieser vornehmlich dem Thema der Lehrerbildung widmen. Das Format habe keine politische Kompetenz, es handle sich eher um eine breite Fachkonferenz.  Auf Nachfrage wurde zudem bestätigt, dass die Kommission mindestens eine Verdoppelung der Gelder für Erasmus+ plane. Näheres könne allerdings erst nach Abschluss der MFR-Verhandlungen (Mehrjähriger Finanzrahmen) berichtet werden.  Die offiziellen Ergebnisse der Ratstagung, auch die der Ratsformationen Jugend und Sport, die nicht im De-Briefing thematisiert wurden, sind online abrufbar.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen