Aktuelles > Aachener Vertrag aus der Perspektive des Westbalkans. EBD-Vize Sarrazin in der Deutschen Welle.

Artikel Details:

Europäische Wertegemeinschaft, Europakommunikation

Aachener Vertrag aus der Perspektive des Westbalkans. EBD-Vize Sarrazin in der Deutschen Welle.

Wie bewertet EBD-Vize Manuel Sarrazin, Vizepräsident der Europäischen Bewegung Deutschland den gestern beschlossenen Aachener Vertrag aus europäischer Perspektive? Um diese Frage drehte sich ein Interview mit der Deutschen Welle (Rubrik Serbien).

Der Aachener Vertrag, der am 22.1.2019 von den Regierungen Deutschlands und Frankreichs unterzeichnet wurde, sei eine Fortsetzung, allerdings nicht unbedingt Reformierung des 1963 beschlossenen Élysée Vertrages und soll die deutsch-französische Freundschaft in einem demokratischen Kontext stärken, so Sarrazin. Der Vertrag definierte diverse Bereiche der Zusammenarbeit – von wirtschaftlichen Beziehungen bis zu einer optimierten regionalen Zusammenarbeit.

Manuel Sarrazin Vizepräsident der EBD. Foto: Stefan Kaminsk

Sarrazin konstatiert in dem Interview, dass der Vertrag etwas zu spät beschlossen worden und eher als ein proeuropäisches Zeichen zu deuten sei, das eine optimistische Richtung weise. „Derartige bilaterale Beziehungen sind für eine proeuropäische Politik zwar enorm relevant, doch nicht entscheidend für eine starke Union. Insbesondere in Zeiten erstarkender nationalistischer Kräfte, sollten Länder wie Spanien, die Niederlande oder Tschechien nicht aus den Augen verloren werden, wenn es um ein geeintes Europa geht“, sagte Manuel Sarrazin im Interview.

Eine Freundschaft, wie sie zwischen Deutschland und Frankreich existiere, sei im Kontext der Beitrittspolitik der EU insbesondere für den Westbalkan interessant. Inwieweit die Region des Westbalkan jedoch von der deutsch-französischen Freundschaft lernen könne, sei fraglich, da diese Länder schon immer sehr stark verbunden gewesen seien. Ein Beitritt in die Europäische Union würde diesen Ländern zwar definitiv helfen, wieder intensivere bilaterale Beziehungen zueinander aufzubauen, doch müssten die Regierungen des Westbalkans dafür europäische Werte stärker in ihre nationale Politik implementieren. Demokratische Kräfte sollten gestärkt und Grundrechte im europäischen Sinne gewährleistet werden, bevor die Europäische Kommission Schritte auf diese Länder zugehen wird, so der Vizepräsident der EBD.

Zum Interview