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  • 24.01.2012 - 12:52 GMT
  • DGB

DGB: ILO-Arbeitslosenzahlen sind Weckruf für Staats- und Regierungschefs

Zu dem aktuellen Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über globale Beschäftigungstrends erklärte Michael Sommer, DGB-Vorsitzender und Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), am Dienstag in Berlin: „Die weltweiten Arbeitslosenzahlen der ILO sind ein erneuter Weckruf für die Staats- und Regierungschefs, endlich mehr Anstrengungen für Wachstum und Beschäftigung zu unternehmen.

Denn fast 200 Millionen Menschen weltweit sind ohne Arbeit. Das entspricht beinahe der Einwohnerzahl der drei größten EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 verharrt die Arbeitslosenzahl weltweit auf gleichbleibend hohem Niveau. Allein in Europa sind 45 Millionen Menschen arbeitslos, besorgniserregend ist vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Krisenländern.

Sollte sich die Finanz- und Wirtschaftskrise wieder verschärfen, wird die Zahl der Arbeitslosen noch mal dramatisch steigen. Umso wichtiger ist es, dass die Politik jetzt mit konjunkturstützenden Maßnahmen gegensteuert. Sie darf die Lage nicht noch mit einer falschen Sparpolitik, wie sie auch vom Internationalen Währungsfonds propagiert wird, verschlimmern. Ansonsten wird jegliche Chance auf mehr Wachstum und Beschäftigung im Keim erstickt.
Die ILO hat recht mit ihrer Forderung, die Finanzmärkte endlich konsequent zu regulieren. Solange Banken, Hedgefonds und Rating-Agenturen machen können, was sie wollen, wird es nicht gelingen, die Krise zu überwinden. Alle Bemühungen um mehr Wachstum und Beschäftigung stehen unter dem Damoklesschwert eines erneuten Finanzcrashs, solange die Finanzmärkte nicht an die Kandare genommen werden.

Deutschland steht im internationalen Vergleich gut da. Aber zu Recht weisen die ILO-Experten darauf hin, dass die hohe Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten deutschen Wirtschaft die anderen Länder, vor allem in Europa, enorm unter Druck setzt. Mit einer Stärkung der Binnennachfrage würde Deutschland einen erheblichen Beitrag für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa und weltweit leisten.“

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