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  • 10.02.2014 - 11:46 GMT
  • DGB

DGB: Reichtum für Zukunftsinvestitionen einsetzen

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst weltweit. Nicht nur die Chefin des Internationalen Währungs-fonds, Christine Lagarde, sieht darin eine ernste Gefahr für die Stabilität der Weltwirtschaft.

Jüngste Studien bestätigen: Weltweit konzentriert sich sehr viel Vermögen in sehr wenigen Händen. Vermögen, das zur Finanzierung von Zukunftsaufgaben und zum Schuldenabbau dienen könnte. Eine Studie der Schweizer Bank Credit Suisse zeigt, dass der Anteil der Dollarmillionäre an der Weltbevölkerung (nur Erwachsene) nur 0,7 % beträgt. Allerdings halten diese mit rund 99 Billionen US-Dollar rund 41 % des globalen Geldvermögens. Rechnet man noch jene mit einem Nettovermögen zwischen 100.000 und 1 Million US-Dollar dazu, so besitzen 8,4 % der Weltbevölkerung mit über 200 Billionen US-Dollar mehr als 83 % des privaten Nettovermögens. Mit ihrem Vermögen könnten sie fast drei Mal alle Waren und Dienstleistungen kaufen, die in einem Jahr weltweit produziert werden. Die Kehrseite: 69 % der Menschheit haben nur Erspar-nisse in Höhe von maximal 10.000 US-Dollar (siehe Grafik in der Anlage), viele Arme haben gar nichts oder sind sogar verschuldet.

Doch damit nicht genug: Laut „World Ultra Wealth Report 2013“, der von der Schweizer Investmentbank UBS gesponsert wird, besitzen 200.000 Superreiche (also diejenigen mit einem Netto-Geldvermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar) 27,8 Billionen US-Dollar. Das heißt: 0,003 % der Weltbevölkerung besitzen 12 % des weltweiten Geldvermögens. Das entspricht 38 % der globalen Wirtschaftsleistung.

Und die extreme Vermögenskonzentration macht vor Europas Toren nicht halt. Nur 0,008 % der Europäer besitzen ein Geldvermögen von 7.675 Mrd. US-Dollar. Ein Drittel dieses Vermögens und fast jeder dritte Superreiche Europas kommt aus Deutschland. Allein die oberen 1.068 von ihnen besitzen 992 Mrd. US-Dollar. Es gibt hierzulande 135 Milliardäre mit zusammen 420 Mrd. US-Dollar. Doch selbst im hoch verschuldeten Griechenland mit viel Armut und hoher Arbeitslosigkeit haben 505 Superreiche ein Vermögen von 60 Mrd. US-Dollar. Hier nimmt die Ungleichheit unerträgliche Züge an. Die deutsche Bundesbank brachte deshalb letzte Woche im Kampf gegen einen drohen-den Staatsbankrott eine Vermögensabgabe für die Krisenländer in die Diskussion. Doch das reicht nicht: Auch Deutschland braucht eine gerechte Vermögens-besteuerung.

Die enorme Vermögenskonzentration steht dem enormen Finanzierungsbedarf von Zukunftsinvestitionen und dem Schuldenabbau gegenüber. Bis heute wurden die Kosten der Krisenbewältigung und die Finanzierung des Gemeinwohls einseitig den Beschäftigten aufgebürdet. Das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut (WSI) hat sieben konkrete Vorschläge gemacht, wie private Vermögen stärker an der Finanzierung des Gemeinwohls in Deutschland beteiligt werden können. Mit solchen Vorschlägen ließe sich auch Europas Privatreichtum für Zukunftsinvestitionen und Schuldenabbau einsetzen.

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