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Bildung, Jugend, Kultur und Sport

„Die ‚Erfahrung Europa‘ beginnt bereits im Kindesalter“ | EBD-Präsidentin im Interview mit dem Pädagogischen Austauschdienst

Erasmus+, das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, läuft Ende 2020 aus. Als Gast der Reihe „Nachgefragt“ des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusminister Konferenz äußerte sich EBD-Präsidentin Dr. Linn Selle zur Zukunft des Förderprogrammes und plädierte für eine inklusivere und demokratischere Ausgestaltung.

„Die kreative Auseinandersetzung mit europäischen Themen im Unterricht, alleine oder in einer kleinen Gruppe, ist eine tolle Möglichkeit, Europa für alle erfahrbarer zu machen. Mindestens genauso wichtig ist aber auch die nonformale Europabildung, wie sie zum Beispiel in Sportvereinen oder Jugendverbänden stattfindet“, so die EBD-Präsidentin im Interview. Zwar habe Erasmus+ schon vielen Auszubildenden, Studierenden, Bildungseinrichtungen und Austauschprojekten geholfen, allerdings komme diese Förderung oft denen zu, die es im Zweifel auch ohne Förderung hingekriegt hätten. Selle unterstreicht außerdem die Wichtigkeit der demokratischen Mittelvergabe im Hinblick auf das Nachfolgeprogramm von Erasmus+: „Demokratie braucht mehr Zeit, Engagement und Ressourcen als eine simple Projektagentur. Darum sollte ein »Demokratie-Bonus« im EU-Haushalt demokratische Akteure stärken.“ Hinter dieser Forderung stehen auch die 249 Mitgliedsorganisationen der EBD.

Die EBD-Präsidentin stellte besonders die Arbeit des Europäischen Wettbewerbs heraus, der dieses Jahr unter dem Motto »EUnited« in die 67. Runde geht. Da die EU leider noch zu häufig als etwas wahrgenommen werde, das nur Eliten zugutekommt, sei derartige kreative Auseinandersetzung mit europäischen Themen im Unterricht eine tolle Möglichkeit, Europa für alle erfahrbarer zu machen. In diesem Zusammenhang begrüßt Selle die Forderung der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, bis 2025 einen Europäischen Bildungsraum mit enger bildungspolitischer Koordinierung aufzubauen.

Mit Verweis auf die „Fridays for Future“-Proteste erklärte die EBD-Präsidentin, dass junge Menschen in ganz Europa konkrete Maßnahmen sowohl von nationalen als auch von EU-Politikern forderten. „‚EUnited'“ – Europa verbindet – haben wir als Motto des Europäischen Wettbewerbs gewählt, um dazu aufzurufen, sich auf das zu besinnen, was uns verbindet. Wir möchten junge Menschen dazu ermutigen, politisch zu denken und klare Forderungen an Regierende und Entscheidungstragende zu formulieren – denn Politikverdrossenheit, Nationalismus und Jugendarbeitslosigkeit sind weitere große Herausforderung, bei denen die Stimme der Jugend gefragt ist.“

Das komplette Interview ist hier nachlesbar.

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