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Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Digitalisierung auf dem Vormarsch | EBD De-Briefing zum Rat BJKS

Von der Stärkung gemeinsamer europäischer Werte in der Bildung über die Digitalisierung im Bildungs- und Kulturbereich bis hin zur Zukunft des Ehrenamts im Sport. Über diese und weitere facettenreiche Neuerungen wurde beim EBD De-Briefing der Europäischen Bewegung Deutschland zum Rat Bildung, Jugend, Kultur und Sport am 22. November 2017 berichtet. Mit dabei waren rund 25 Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Interessengruppen.

Den Bildungsbereich stärken, so die Devise des Rates. Dabei erhielten die Bildungsminister überraschenden Rückenwind von höchster Ebene – die Staats- und Regierungschefs hatten auf dem Sozialgipfel in Göteborg auf Initiative Donald Tusks über Bildung und Kultur debattiert. Im Fokus der Debatte stand ein Konzept der Europäischen Kommission für einen „europäischen Bildungsraum“, laut dem bis 2025 weitreichende Harmonisierungen im Schul- und Hochschulsektor umgesetzt werden sollen. Diesen Vorschlag diskutierten natürlich auch die Bildungsminister, als sie zwei Tage später zusammen kamen. Doch auf ihrer Agenda standen noch weitere wichtige Punkte:

Der Rat nahm Schlussfolgerungen zu einer erneuerten EU-Agenda für die Hochschulbildung an. Darin geht es in erster Linie darum, die Hochschulbildung zu modernisieren, damit sie mit dem sich rasch ändernden digitalen Umfeld Schritt halten kann. Zudem nahm der Rat Schlussfolgerungen über Schulentwicklung und hervorragenden Unterricht an, in denen hervorgehoben wird, wie wichtig die Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen und inklusiven Bildung für alle, die Befähigung von Lehrkräften und Schulleiterinnen und Schulleitern sowie der Übergang zu einer leistungsfähigeren, gerechteren und effizienteren Governance sind.

Ferner nahm der Rat eine Empfehlung zur Werdegang-Nachverfolgung an, um die Bemühungen der Mitgliedstaaten um eine Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit von Daten zu den Tätigkeiten von Absolventinnen und Absolventen nach Beendigung ihrer Hochschul- oder Berufsausbildung zu fördern und zu unterstützen. Diese Schlussfolgerungen sowie diese Empfehlung wurden im Anschluss an die Mitteilungen der Kommission vom 30. Mai 2017 über die Schulentwicklung und hervorragenden Unterricht und über eine erneuerte EU-Agenda für die Hochschulbildung ausgearbeitet.

Die Zeichen stehen gut, dass Bildung dauerhaft mehr Aufmerksamkeit auf höchster europäischer Ebene erhält: Nach dem geplanten Auftakt am 25.1.2018 sind künftig alle zwei Jahre sogenannte „Bildungsgipfel“ geplant. Doch auch die Kulturpolitik ist momentan gefragter denn je – Grund dafür ist das 2018 bevorstehende Europäische Kulturerbejahr.

Die Erleichterung des Zugangs zu Kultur durch Digitalisierung war einer der wichtigen Punkte des Arbeitsplans des Kulturrates. Die Kommunikation zwischen den Kulturinstitutionen soll verbessert und Daten gemeinsam gesammelt werden, indem eine engere Zusammenarbeit und der Austausch von Wissen und Information geschaffen wird. Zudem soll die Bildung kohäsiver Gesellschaften in Europa gefördert werden, um Brücken zu bilden und gefährlichen  Tendenzen des Populismus, Nationalismus und Extremismus entgegenzuwirken. Im Hinblick auf die Mobilität von europäischer Künstler in die USA sollen die Regelungen der bisweilen komplexen Visabeantragung vereinfacht und konkreter umgesetzt werden. Nicht nur die Mobilität von Künstlern soll gefördert werden, sondern auch der Zugang zu Kapital und Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert werden. Des Weiteren soll im Bereich Kultur die Novellierung des Kulturgutschutzgesetz in Kraft treten und somit der Import von Kulturgütern aus Drittstaaten europäisch geregelt werden.

Mit Blick auf die AVMD-Richtlinie, die 2010 eingeführt wurde, laufen die Verhandlungen schleppend. An der Novellierung der Richtlinie wird weiterhin gearbeitet, vor allem in den Bereichen Jugendschutz, der Regulierung US-amerikanischer Medien – die zur Abgabe verpflichtet werden sollen – den Einbezug von Social Media bezüglich audiovisueller Medien und die Sicherung nationaler Filmförderungen.

Zu den Arbeitsschwerpunkten 2017-2020 im Bereich Sport gehörten die Bekämpfung von Doping und Korruption sowie der Fokus auf die Rolle der Trainer in der Gesellschaft. Trainerinnen und Trainer tragen zur Entwicklung kohäsiver Gesellschaften bei und unterstützen diese zugleich, da sie im Alltag ständig mit Menschen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen zusammenarbeiten. Die Schlussfolgerung fordert die Mitgliedsstaaten demnach auf, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um Coaches und Ehrenamtler besser als bisher zu unterstützen.

Zu weiteren Herausforderungen gehören die Förderung des Breitensports und die bessere Zugänglichkeit von Förderungen im Erasmus+ – Programm auch für kleinere Projekte. Vor allem auf lokaler Ebene soll verstärkt unterstützt und grenzüberschreitende Projekte ermöglicht werden.

In der anschließenden Diskussion des EBD De-Briefings war insbesondere die Herausforderungen der Digitaliserung in allen Ressorts ein Thema von enormer Bedeutung, dass sowohl Gäste als auch Referentinnen und Referenten verband. Alle anwesenden Politikressorts sehen sich angesichts der Digitalisierung mit großen Herausforderungen konfrontiert, erkennen aber zugleich neue Chancen darin. Die anwesenden Praktiker der Bildungs- oder Jugendarbeit berichteten, dass Vermittlung digitaler Kompetenzen nicht nur logistisch, sondern auch persönlich für viele eine große Herausforderung sei.

Stellvertretend für die Bundesministerien berichteten:

Für den Bereich Jugend war leider kein Referent anwesend, hier lohnt sich der Blick auf die Schlussfolgerungen des Rates.

Janin Hartmann, Projektleiterin des Europäischen Wettbewerbs der Europäischen Bewegung Deutschland, führte durch das EBD De-Briefing und moderierte die nachfolgende Diskussion.

 

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