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Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft & Finanzen

DIHK | DIHK fordert Neuausrichtung der EU-Handelspolitik

DIHK legt Leitlinien für zukünftige EU-Handelspolitik vor  

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) verlangt in zehn Leitlinien eine ehrgeizige Handelspolitik der EU, um die deutschen Unternehmen in ihrem Auslandsgeschäft zu unterstützen. Geopolitische und technologische Veränderungen, Nachhaltigkeitsanforderungen, Energiekrisen, zunehmender Protektionismus und die Erosion multilateraler Regelwerke hätten die internationale Arbeitsteilung von Grund auf geändert, heißt es in dem in Berlin und Brüssel vorgelegten Papier. Insbesondere dem weltweiten Trend zur Abschottung müsse die EU entschieden entgegentreten. “Protektionismus schafft keine Arbeitsplätze. Deutschlands international eng vernetzte Wirtschaft ist davon unmittelbar betroffen: Jeder vierte deutsche Arbeitsplatz hängt am Außenhandel, in der Industrie ist es sogar jeder zweite.” 

Freier Handel und Investitionsoffenheit bleiben den DIHK-Leitlinien zufolge entscheidende Mittel zum Erhalt und zur Mehrung von Wohlstand. Daher müsse der Einsatz für offene Märkte und gute Handelsregeln weiterhin die politische Agenda prägen – “innerhalb wie außerhalb der EU”, heißt es im vom DIHK-Präsidium einstimmig beschlossenen Papier. “Gleichzeitig muss sich Europa für eine sich zunehmend entkoppelnde Weltwirtschaft rüsten und souveräner aufstellen. Mit Blick auf die Europawahl 2024 gilt es, die EU-Handelsstrategie fit für die neue Weltlage zu machen und sie oben auf die Agenda der neuen EU-Kommission zu rücken. Nur mit einer EU, die auch an dieser Stelle entschlossen und geschlossen auftritt, haben unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb eine hörbare Stimme.” 

Statement von DIHK-Präsident Peter Adrian:

„Die aktuellen geopolitischen Herausforderungen erfordern dringend eine Neuausrichtung der internationalen Handelspolitik. Unsere DIHK-Leitlinien betonen die zentrale Bedeutung offener Märkte und guter Handelsregeln für Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, zunehmendem Protektionismus und der Erosion multilateraler Regelwerke braucht die deutsche Wirtschaft ein starkes Engagement der Politik für einen wettbewerbsfähigen Standort Europa, für den multilateralen Handel und für die Sicherheit der Lieferketten. Die EU muss ihre Handelsstrategie dazu an die neue Weltlage international offensiv auftreten, um die Interessen der europäischen Unternehmen zu wahren. Unsere Vorstellungen sind klar: Offenheit und gute Regeln sind nicht nur Motoren für Wohlstand in der EU, sondern auch Voraussetzung für Wohlstand und nachhaltige Entwicklung weltweit. Daher sind auch neue Handelsabkommen, etwa mit Mercosur, Indien und Indonesien, wichtig, die Handel und Investitionen absichern sowie neue Märkte öffnen. 2021 waren erst 44 Prozent des EU-Außenhandels durch Handelsabkommen abgedeckt, der Großteil basiert einzig auf den Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Auch die bei den Themen digitaler Handel, Zoll, KMU-Unterstützung und Wirtschaftssicherheit besteht aus DIHK-Sicht an vielen Stellen Handlungsbedarf für die EU.“

Das Papier selbst finden Sie hier: Offene Märkte und gute Handelsregeln bleiben Wohlstandsgaranten (dihk.de)

Mehr über die Deutsche Industrie- und Handelskammer erfahren Sie hier.

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