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Wirtschaft & Finanzen

DIHK | DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben zur Wiederaufnahme der bilateralen Handelsgespräche EU-Schweiz:

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben zur Wiederaufnahme der bilateralen Handelsgespräche EU-Schweiz:

„Die deutsche Wirtschaft verbindet mit dem Verhandlungsstart zwischen der EU und der Schweiz die Hoffnung auf die Stärkung der unsicheren bilateralen Handelsbeziehungen. Schließlich ist die EU der wichtigste Handelspartner der Schweiz und die Schweiz wiederum der viertgrößte der EU. Seit dem Schweizer Abbruch der Verhandlungen für ein Rahmenabkommen sind Unternehmen auf beiden Seiten zunehmend mit Rechtsunsicherheit und neuen Handelshürden konfrontiert, etwa im Medizintechnikbereich. So droht nun die schrittweise Verschlechterung der privilegierten Handelsbeziehungen – vergleichbar mit einem Smartphone ohne Updates. Die engen Wirtschaftsbeziehungen sollten aber nicht aufs Spiel gesetzt, sondern vielmehr nachhaltig abgesichert werden. Es gilt die Belastung für die Außenwirtschaft so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig gilt es eine engere institutionelle EU-Schweiz-Kooperation vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Binnenmarktes voranzutreiben. Für die deutsche Wirtschaft wären dabei folgende Punkte besonders wichtig: Eine seit langem überfällige Modernisierung des EU-Schweiz Handelsabkommens, der Schweizer Wiederbeitritt zum europäischen Forschungsprogramm Horizon Europe sowie die Stärkung des kleinen Grenzverkehrs. Insbesondere Deutschland könnte durch ein verstärktes Engagement zum Ausbau der Rheinschiene einen wichtigen Beitrag zur besseren europäischen Vernetzung der Schweiz leisten.“

Hintergrund:

Die EU ist Handelspartner Nummer eins der Schweiz, und die Schweiz der viertgrößte für die EU. Über die Hälfte der Schweizer Exporte gehen in die Europäische Union. Deutschland ist dabei mit Abstand der größte europäische Partner der Schweiz. Das deutsch-schweizerische Handelsvolumen betrug 2022 126 Milliarden Euro. Damit ist die Schweiz Handelspartner Nummer acht von Deutschland. Der Bestand der deutschen Direktinvestitionen in der Schweiz betrug 2021 über 62 Milliarden Euro, an denen 131.000 Arbeitsplätze im Land hängen.