Aktuelles > DIHK | DIHK zum morgen beginnenden EU-US-Handels und Technologierat (TTC): Neue Handelshemmnisse verhindern und globale Zukunftsstandards vereinbaren

Artikel Details:

Wirtschaft & Finanzen

DIHK | DIHK zum morgen beginnenden EU-US-Handels und Technologierat (TTC): Neue Handelshemmnisse verhindern und globale Zukunftsstandards vereinbaren

DIHK-Bereichsleiterin für Internationale Wirtschaftspolitik Melanie Vogelbach zur Tagung des EU-US-Handels und Technologierats (TTC):

„Die deutsche Wirtschaft setzt große Hoffnungen auf eine erfolgreiche Sitzung des Transatlantischen Handels- und Technologierats. Hierbei sollte die enge Zusammenarbeit mit Blick auf digitale Standardsetzung und zu Hochrisikotechnologien im Fokus stehen. So können beide Seiten die Entstehung neuer Handelshemmnisse verhindern und globale Zukunftsstandards etwa für die digitale und grüne Transformation vereinbaren. Dies ist ein besonderer Wettbewerbsvorteil für die weltweit agierenden deutschen Unternehmen. Schließlich bieten sich für hiesige Unternehmen in den USA viele Marktchancen. Gleichzeitig bestehen aber zahlreiche Handelshemmnisse wie Buy America bei der Vergabe öffentlicher Aufträge fort.

Durch ein transatlantisches Abkommen zu kritischen Mineralien sollte rasch die Diskriminierung deutscher Zulieferer beim US-Infrastrukturprogramm IRA abgebaut werden. Zudem drohen 2025 neue Handelskonflikte im Stahl- und Aluminiumhandel, die es zu entschärfen gilt. Insbesondere ist ein umfangreicher besserer Marktzugang für beide Seiten erstrebenswert. Neben dem Zollabbau ist insbesondere die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen von Bedeutung. Dann müssten die Unternehmen nicht mehr den doppelten Nachweis in beiden Märkten erbringen, dass ihre Waren den jeweiligen gesetzlichen Produktstandards vor Ort entsprechen. Von diesem transatlantischen Bürokratieabbau etwa im Maschinenbau und für Technologien, die zentral für die grüne Transformation sind, könnten viele deutsche Unternehmen profitieren. Eine transatlantische Einigung hierzu wäre ein game-changer für die deutsche Außenwirtschaft. Klar ist: Auch nach den anstehenden EU- und US-Wahlen muss der Transatlantische Handels- und Technologierat erhalten werden, damit die EU weiter rule maker bleibt statt rule taker zu werden.“

Hintergrund

Die Vereinigten Staaten sind für Deutschland seit Langem der weltweit wichtigste Exportmarkt und bedeutendste Investitionsstandort außerhalb der EU. 2022 exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 156 Milliarden Euro in die USA – 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bestand deutscher Direktinvestitionen in den USA belief sich 2021 auf 477 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Plus von fast 100 Prozent im Vergleich zu 2010. Umgekehrt lag der Bestand der Direktinvestitionen von US-Unternehmen in Deutschland 2021 bei über 82 Milliarden Euro – 8 Prozent mehr als im Vorjahr; sie stützten 180.000 deutsche Arbeitsplätze. So ist auch Deutschland für die USA ein wichtiger Handelspartner und Investitionsstandort.