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DIHK: Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Wir müssen jetzt handeln!

Die deutschen Industrie- und Handelskammern (IHKs) können und wollen eine starke organisatorische und vermittelnde Rolle bei der Verbreitung des Modells der dualen Berufsausbildung in Europa übernehmen. Das betonte am Donnerstag (16.5.) in Brüssel Richard Weber, Vizepräsident der europäischen Kammerorganisation Eurochambres.

„Fast jeder vierte Jugendliche in Europa ist derzeit arbeitslos, in manchen Staaten sogar jeder zweite“, mahnte Weber beim European Business Summit. „Wir müssen jetzt handeln, sonst wird die sogenannte verlorene Generation in Europa Realität.“ In vielen Staaten sei die Ausbildung zu verschult und abgekoppelt vom Arbeitsmarkt, kritisierte Eurochambres-Vizepräsident Richard Weber. Dagegen vermittle eine praxisnahe Berufsausbildung den Absolventen exakt die Kenntnisse, die Unternehmen brauchten. „Länder mit dualen Ausbildungssystemen haben die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Deutschland, Österreich, Dänemark, aber auch – außerhalb der EU – die Schweiz“, so Weber.
EU-Beschäftigungskommissar Laszlo Andor verwies darauf, dass nur mit gemeinsamen Anstrengungen von Wirtschaft, Sozialpartnern und Kammern die aktuelle Wirtschaftskrise bewältigt und die Jugendarbeitslosigkeit gesenkt werden könne. Eurochambres-Vizepräsident Weber betonte, dass mit der praxisnahen Berufsausbildung auch die hohe Schulabbrecherquote von 13 Prozent in Europa gesenkt werden könne: Die direkte Anwendung des Erlernten im Unternehmen sei „für schulmüde Jugendliche abwechslungsreicher
als das bloße Schulbank-Drücken.“ Auch Länder außerhalb der EU, beispielsweise die Türkei, wollten die duale Berufsbildung einführen, so
Weber.

Auf dem European Business Summit diskutierten letzte Woche (15./16.05.2013) hochrangige Vertreter der europäischen Institutionen, Politiker, Unternehmensvertreter und Wissenschaftler über Strategien zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas.

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