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Bildung, Jugend, Kultur und Sport, Europakommunikation

Diskussionsrunde „#myeurope“ mit EBD-Generalsekretär Hüttemann

Unter der Überschrift „#myeurope – Das Projekt Europa ist ohne Alternative!“ fand am Dienstag im Rahmen der Hauptausschusssitzung des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) im Europäischen Haus in Berlin eine Podiumsdiskussion zur Lage in Europa statt. Carina Autengruber, designierte Vizepräsidentin des Europäischen Jugendforums, Helene Banner, Leiterin der Abteilung Kommunikation der deutschen Kommissionsvertretung, sowie Bernd Hüttemann, Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland, gaben vor rund 50 Diskussionsteilnehmerinnen und –teilnehmern ihre Einschätzungen zu den gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen für Europa ab. Moderiert wurde die Veranstaltung von Tobias Köck, stellvertretender Vorsitzender des DBJR und Mitglied im EBD-Vorstand.

Autengruber äußerte sich in ihrer ersten Stellungnahme zunächst zur Präsidentenwahl in Österreich am vergangenen Wochenende. Zwar begrüßte sie den Wahlsieg Alexander Van der Bellens als ein positives Signal für Europa, mahnte aber auch vor zu viel Euphorie. Erneut habe ein erschreckend hoher Prozentsatz der österreichischen Wählerinnen und Wähler anti-europäisch gewählt, sodass das Wahlergebnis nicht übermäßig positiv bewertet werden könne. Vielmehr unterstreiche das Ergebnis die dringende Notwendigkeit einer noch engeren und konsequenteren europaweiten Zusammenarbeit als bisher in aktuellen Streitfragen wie der Flüchtlings- und Asylpolitik. Eine effektive Strategie zur Bekämpfung von Fluchtursachen beispielsweise sei nur gemeinsam mit allen Mitgliedstaaten umsetzbar.

Auch Hüttemann rief zu mehr Zusammenhalt in Europa auf. Nicht nur Brüssel oder Straßburg seien für ein funktionierendes Europa verantwortlich, sondern alle Mitgliedstaaten gleichermaßen. Die jüngsten Entwicklungen in Großbritannien und Italien seien ein deutlicher Beleg dafür, dass die Demokratie nicht auf europäischer, sondern auf nationalstaatlicher Ebene versage. Den Ausgang des Reform-Referendums in Italien vom vergangenen Sonntag und die damit einhergehende politische Ungewissheit bewertete Hüttemann als zutiefst beunruhigend. Nichtsdestotrotz warnte er aber vor Pessimismus und Panikmache. Den strukturierten Dialog zu fördern und für die breite Gesellschaft sichtbarer zu machen, sei jetzt wichtiger denn je, um anti-europäischen Ressentiments wirkungsvoll zu begegnen. Banner fügte ergänzend hinzu, dass hierfür die emotionale Bindung vieler Bürgerinnen und Bürger zum Projekt Europa neu gestärkt werden müsse.

Während insbesondere viele junge Menschen durch Programme wie Erasmus oder Interrail bereits einen unmittelbaren persönlichen Bezug zum Projekt Europa hätten entwickeln können, müsse bei der älteren Generation noch deutlich mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden, so der Konsens des Panels. Um Bürgerinnen und Bürger aller gesellschaftlichen und demografischen Gruppen gleichermaßen erreichen und in die Debatte einbinden zu können, müsse die europapolitische Öffentlichkeitsarbeit auch außerhalb der sozialen Medien dringend gestärkt werden – angefangen in den Mitgliedstaaten.

Die Europakommunikation zu verbessern ist auch Teil der Politischen Forderungen 2016/17 der EBD-Mitgliedsorganisationen. Aktuelle Nachrichten aus dem EBD-Netzwerk zum Thema Europakommunikation finden Sie hier.

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