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Umweltpolitik

DNR | EU-Kommission setzt wichtiges Signal für Biodiversität und Landwirtschaft – Mitgliedstaaten müssen folgen

Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) begrüßt die heute von der EU-Kommission vorgestellten Strategien zum Biodiversitätsschutz sowie zur nachhaltigen europäischen Landwirtschaft (Farm-to-Fork).

„Der Verlust der Artenvielfalt und das Insektensterben, die fortschreitende Klimakrise sowie die gegenwärtige Corona-Pandemie erfordern eine entschlossene Neuausrichtung europäischer Politik. Der Europäische Green Deal und seine Strategien sind daher zentral für eine nachhaltige Zukunft und für die ‚Green Recovery‘ der EU aus der Corona-Krise“ Florian Schöne, DNR-Geschäftsführer

Die konkreten Zielsetzungen in den beiden Strategien wie etwa der rechtsverbindliche Schutz von mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen in der EU, eine finanzielle Ausstattung von 20 Milliarden Euro pro Jahr für den Naturschutz, die Reduktion des Einsatzes von Düngemitteln um 20 Prozent sowie eine Verpflichtung zur Ausweitung des Ökolandbaus auf EU-weit 25 Prozent bis 2030, setzen nach Überzeugung des DNR ein wichtiges Signal.

Zu begrüßen ist vor allem, dass die Kommission an der Verpflichtung festgehalten hat, den Einsatz und das Risiko chemischer Pestizide bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Doch die Kommission hat auch Chancen verpasst. So weist die Kommission zwar auf die Problematik der intensiven Tierhaltung hin, versäumt aber zielführende Maßnahmen vorzuschlagen. Gesunde Ernährung, Treibhausgasemissionen und das Konsumverhalten sind hiermit eng verknüpft. Ebenso wenig hat die Kommission die Chance genutzt, von einer möglichen Revision der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) abzusehen. Die Evaluierung hatte bestätigt, dass die WRRL „fit for purpose“ ist.

„Mit der EU-Biodiversitätsstrategie und der Farm-to-Fork-Strategie zeigt die Kommission, dass sie den Europäischen Green Deal ernst nimmt. Doch Strategien allein reichen nicht aus für die längst überfällige Transformation unseres Landnutzungs- und Ernährungssystems und den Schutz der Biodiversität. Jetzt ist es entscheidend, dass diese Ziele zügig in verbindliche Rechtsvorschriften verankert werden“, so Schöne weiter.

Zudem müssten sich auch die anderen europäischen Politikbereiche an diesem neuen Maßstab orientieren. Es könne nicht sein, dass der größte Fördertopf der EU, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), sich nicht nach diesen neuen Zielen ausrichtet.

Zur Pressemitteilung auf der DNR-Website.

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