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DNR | REPowerEU: EU legt Strategie für Energiesystem der Zukunft vor

Niebert: „Statt neuer fossiler Abhängigkeiten jetzt auf Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparungen setzen“

Berlin/Brüssel, 18.05.2022 – Heute wird die EU-Kommission ihr umfangreiches Paket „REPowerEU“ vorlegen, mit dem sie sicherstellen will, dass die europäische Energieversorgung als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine sicherer und nachhaltiger wird und für die europäischen Bürger*innen bezahlbar bleibt. Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) fordert, mit „REPowerEU“ die EU krisenfest zu machen, indem wir auf Kurs des 1,5-Grad-Limits setzen und konsequent aus der fossilen Abhängigkeit aussteigen statt weiter an einstürzenden Brückentechnologien zu scheitern.

„Die EU darf angesichts des Kriegs in der Ukraine nicht den Fehler begehen, jetzt einfach den fossilen Dealer zu wechseln, sondern muss sich vom süßen Gift der fossilen Droge lossagen. Je länger wir warten, desto kälter wird der Entzug. Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparungen sind der Weg in die Energiesouveränität Europas“, kommentiert DNR-Präsident Kai Niebert.

Um den Umbau des Energiesystems weg von fossilem Gas, Kohle und Atom zügig zu gestalten, muss die EU-Kommission den Ausbau erneuerbarer Energien noch entschiedener vorantreiben. So sollten die Ausbauziele bis 2030 auf mindestens 45 Prozent, wenn möglich 50 Prozent, erhöht werden. Das Ziel muss mit effektiven Maßnahmen, wie einer Solardachpflicht, einer Beschleunigung der Genehmigungsverfahren ohne Abstriche beim Naturschutz und strengen Kriterien für die Produktion von nachhaltigem Wasserstoff untermauert werden.

„Die Energieeffizienz ist die Boosterimpfung für die europäische Energiewende. Mit ihr können wir nicht nur schnell, naturverträglich sowie ressourcenschonend ein zukunftsweisendes Energiesystem aufbauen, sondern gleichzeitig rasch und kosteneffektiv unabhängiger von Energieimporten werden“, so Niebert weiter. 

Dafür muss die Kommission ein EU-weites 2030-Ziel von mindestens 20 Prozent Einsparungen von Primär- und Endenergie zum neuen Referenzjahr 2020 vorschlagen. Flankiert werden müssen die Ziele durch starke Maßnahmen im Gebäudebereich wie einem Booster für Wärmepumpen, einer Verdreifachung der jährlichen Renovierungsrate und verbindlichen, harmonisierten und mit Finanzierung hinterlegten Mindest-Effizienzstandards – gerade auch für die energetische Gebäudesanierung im Bestand.

Mithilfe der kurz- und mittelfristigen Maßnahmen des „REPowerEU“-Plans will die EU-Kommission noch vor 2027 unabhängig von russischen Energieimporten werden. Dafür legt die Kommission voraussichtlich unter anderem eine Anpassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED), einen EU-Plan zu Energieeinsparung, Strategien zu Solarenergie und zu Energieimporten sowie zwei Rechtsakte zu nachhaltigem Wasserstoff vor.