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DOSB: European Youth Olympic Festival: Fleißige Helfer gefragt

Ohne ehrenamtliche Hilfe geht bei Großveranstaltungen im Sport gar nichts. Auch beim EYOF in Utrecht sind die Volunteers die gute Seele der Veranstaltung.

Utrecht, fünf Tage vor der Eröffnungsfeier des EYOF: Die Sportler aus 49 europäischen Nationen sind noch nicht angereist, an vielen Wettkampfstätten in der Stadt haben die Aufbauarbeiten gerade erst begonnen. Doch er ist schon da: Adrian Wiener. Auf den Münchener wartet die erste Volunteer-Schulung. Er hat sich freiwillig gemeldet, um das European Youth Olympic Festival zu unterstützen. Rund 2.200 ehrenamtliche Helfer werden benötigt, damit die Sportveranstaltung in der niederländischen Stadt durchgeführt werden kann.
Leute wie Adrian Wiener sind für die Veranstalter dabei besonders wertvoll, denn der 63-Jährige hat bereits bei zahlreichen anderen Events als Volunteer geholfen. Volunteering ist sein Hobby. „Ich mache das sehr gerne. Inzwischen war ich bei rund 15 Großveranstaltungen dabei, darunter zum Beispiel die Fußball-Europameisterschaften 2008 und 2012 und die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009“, verrät der IT-Berater im Ruhestand. Begonnen hat alles mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. „Am Spielort München habe ich damals im IT-Support geholfen“, erinnert er sich. Von da an war Adrian vom „Volunteer-Virus“ befallen – und ist damit nicht allein: „Man trifft immer den ein oder anderen alten Bekannten von vorangegangenen Veranstaltungen.“ Auch seine Frau hat er überzeugt. Wenn Adrian auf Volunteer-Reise geht, ist sie inzwischen fast immer dabei, auch dieses Mal in Utrecht.
Was macht für ihn den Reiz des Volunteering aus? „Man lernt immer wieder etwas Neues kennen und bekommt Einblicke aus einer Perspektive, die man als normaler Zuschauer nicht hat“, findet er und fügt hinzu: „Außerdem arbeitet man mit einem Haufen Enthusiasten zusammen, die nicht wegen der Bezahlung, sondern wegen des Spaßes dabei sind.“ Auch die Reise in interessante Gegenden ist für ihn ein Faktor.
Beim EYOF ist Adrian der deutschen Mannschaft als Team-Begleiter zugeteilt. „Man kann immer seine Wunsch-Einsatzbereiche angeben und in der Regel wird das auch berücksichtigt“, erklärt er.
Die zweite Team-Begleiterin der Deutschen in Utrecht ist Leonie Gotink (24). Für sie ist es der erste Einsatz als Volunteer. Leonie ist in Utrecht aufgewachsen, hat dort gerade ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und war sofort Feuer und Flamme, als sie hörte, dass die Jugendspiele in ihrer Heimatstadt stattfinden würden und Helfer gesucht werden. „Ich war mir gleich sicher: Das will ich machen“, erzählt sie.
Da es für die Teamleiter besonders in den ersten Tagen einer solchen Veranstaltung viel zu organisieren und zu erledigen gibt, stehen Adrian und Leonie der deutschen Mannschaft am Anfang der Woche den ganzen Tag zur Verfügung. Nachdem sich alles etwas eingespielt hat, übernimmt Adrian die Vormittage und übergibt mittags an Leonie. Die beiden helfen der Mannschaft, wo sie können. Sie organisieren Transportmöglichkeiten, wenn ein Shuttle-Bus ausfällt, helfen, die Willkommens-Beutel für die Teilnehmer zu packen, fahren mit eiliger Wäsche in den Waschsalon oder halten als Ansprechpartner im Olympischen Dorf die Stellung.
Mannschaftsleiterin Sabine Krapf ist mit „ihren“ beiden Helfern, die für sie „vollwertige Mannschaftsmitglieder“ sind, sehr zufrieden. „Wir haben zwei super Begleiter gehabt“, lobt sie kurz vor der Rückreise nach Deutschland. „In dieser Position braucht man pfiffige Leute, die aktiv handeln und die Organisation übernehmen – so wie Leonie und Adrian. Der große Einsatz der Volunteers hat über einige organisatorische Schwächen der Veranstalter hinweg getröstet.“
Für Adrian war es der erste Einsatz als Team-Begleiter. „Das habe ich noch nie gemacht, aber es war eine großartige Erfahrung. Es war besonders schön, so nah an die Mannschaft heranzukommen“, berichtet er.
Auch Leonie ist am Ende des Festivals mit ihrer Zeit beim EYOF zufrieden. „Besonders der Einblick in die organisatorischen Dinge war beeindruckend. Es war toll, Teil der Mannschaft und der Veranstaltung zu sein – und Adrian und ich waren ein perfektes Team.“
Würde sie sich wieder freiwillig melden? „Auf jeden Fall“, sagt Leonie begeistert. „Ich würde vielleicht nicht in andere Länder reisen wie Adrian, aber wenn hier in der Nähe wieder eine Veranstaltung nach Freiwilligen sucht, bin ich dabei.“
Adrian dagegen weiß sogar schon, wann es für ihn wieder losgeht. Im November wird er als Fahrer in Berlin bei den German Open im Tischtennis im Einsatz sein. Auch die Leichtathletik-Europameisterschaft in Zürich im nächsten Jahr kann auf ihn zählen – so wie auf viele weitere Volunteers, denn ohne sie geht gar nichts.

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