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Institutionen & Zukunftsdebatte

DSGV | Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe fordern Debatte über Zukunft der EU

Unabhängig vom Ausgang des Brexit-Referendums fordern die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe eine „breite Diskussion über die künftigen Ziele und die Aufstellung der politischen Ordnung in Europa, an deren Ende eine Anpassung der europäischen Verträge einschließlich der Zustimmung der europäischen Völker stehen muss“.

Offenbar überfordere eine immer engere politische Union Europas die Bürger zunehmend, heißt es in dem gemeinsamen Positionspapier, das heute in Berlin vorgelegt wurde. „Gerade in der heutigen Situation kommt es darauf an, der Eigenverantwortung wieder mehr Vorzug einzuräumen“, so Dr. Michael Wolgast, Chefvolkswirt des DSGV. Das Positionspapier fordert zudem ein Europa mehrerer Geschwindigkeiten, in dem auch temporäre Rückschritte in der Integration zuzulassen seien.

Die Chefvolkswirte sehen den Ausgang des Referendums am 23. Juni 2016 noch immer offen. Im Falle eines Brexit werde es zu langen und komplexen Verhandlungen und auch wirtschaftlichen Nachteilen für Großbritannien und die EU insgesamt kommen. „Gravierend sind aber vor allem mögliche Spillover-Effekte eines Brexit“, so Dr. Jürgen Michels, Chefvolkswirt der BayernLB, der die gemeinsame Positionierung der Chefvolkswirte Brexit: Zäsur für Europa“ mit vorbereitet hatte. Kommt es zu einem Austritt Großbritanniens aus der EU, könnte dies einen Domino-Effekt auslösen. In diesem Fall drohten erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen, u.a. auch durch eine Erhöhung des politischen Risikos in der EU.

Unterzeichner der aktuellen Studie sind neben Wolgast und Michels auch Dr. Gertrud Traud, Helaba, Uwe Burkert, LBBW, Uwe Dürkop, Berliner Sparkasse, Folker Hellmeyer, Bremer Landesbank, Jochen Intelmann, Haspa, Dr. Ulrich Kater, DekaBank, Dr. Cyrus de la Rubia, HSH Nordbank, und Torsten Windels, NordLB.

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