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DSGV | „Europäische Zentralbank darf im Kampf gegen Inflation nicht nachlassen“

„Die Inflation im Euroraum ist ungebrochen hoch und macht Unternehmen ebenso wie privaten Haushalten zu schaffen. Deshalb war der heutige deutliche Zinsschritt dringend geboten. Die Europäische Zentralbank darf nun nicht nachlassen und muss weitere ähnlich große Schritte gehen. Gemessen an den inzwischen zweistelligen Inflationsraten genügt das nun erreichte Zinsniveau noch nicht“, so Helmut Schleweis, Präsident des Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zur heutigen Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank.  

Schleweis begrüßte den erneuten großen Zinsschritt um 75 Basispunkte: „Die EZB hat damit ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation unter Beweis gestellt.“ Ein zögerlicheres Tempo im Vergleich etwa zur Federal Reserve brächte zudem die Gefahr mit sich, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter abwertete. In der Folge würden noch teurere Importe die Inflation anheizen. Die Folgen der Corona-Krise, des Krieges in der Ukraine sowie die hohen Energiepreise sorgen dafür, dass Deutschland absehbar in eine Rezession kommt. Die Zinswende erschwert zwar mit anziehenden Finanzierungsbedingungen die realwirtschaftliche Entwicklung zusätzlich, sie ist aber unumgänglich. Schleweis kritisierte in diesem Zusammenhang die Änderung der TLTRO-Kreditkonditionen: „TLTRO ist ein Instrument, das gezielt die Kreditversorgung der Wirtschaft stützt. Die Änderung ist insbesondere in der aktuellen Phase, in der Investitionen in die Energiewende und in energetische Sanierungen dringend gebraucht werden, eine schlechte Entwicklung.“ Sparkassen hätten sich auf die vertraglich festgelegten Konditionen verlassen und diese auch in die Kreditkonditionen gegenüber ihren Kunden einfließen lassen.

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