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  • 23.10.2012 - 13:12 GMT
  • DSGV
Wirtschaft & Finanzen

DSGV: Fahrenschon: „EZB muss sich auf Geldwertstabilität konzentrieren“. Große Mehrheit der Bundesbürger lehnt europäische Einlagensicherung ab

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, hat anlässlich der Pressekonferenz zum Weltspartag die EZB aufgefordert, die Bedingungen für Sparer zu verbessern. Derzeit würden durch die Niedrigzinspolitik Sparer und Kunden von Lebensversicherungen faktisch Schritt für Schritt enteignet. „Privates Sparen darf nicht weiter bestraft werden.

Die EZB-Politik darf sich nicht nur an einer Minimierung des Aufwands für Schuldnerstaaten orientieren. Sie muss heute, morgen und übermorgen vorrangig der Geldwertstabilität verpflichtet sein.“
Auf absehbare Zeit gebe es zwar keine akuten Inflationsgefahren. Dafür sprächen die Konsolidierungsnotwendigkeiten in vielen staatlichen und privaten Haushalten und Banken. Langfristig sieht der DSGV jedoch die Gefahr, dass über eine erhöhte Inflationsrate Gläubiger zu einer Finanzierung der Lasten in Europa herangezogen würden. Fahrenschon: „Sparerinnen und Sparer erwarten zurecht, dass die Währungsunion eine Stabilitätsunion ist und auch bleibt.

Europas Gemeinschaftswährung hat bei den Deutschen trotz der Schuldenkrise in der Eurozone einen guten Ruf. 55 Prozent aller Bundesbürger erklären im Herbst 2012, Vertrauen in den Euro zu haben. Das sind deutlich mehr als kurz vor der Einführung des Euro-Bargelds. Im Jahr 2001 bekundeten nur rund 38 Prozent der Bundesbürger ihr Vertrauen in den Euro.
 
Große Mehrheit der Bundesbürger lehnt europäische Einlagensicherung ab

Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Bundesbürger lehnen eine gemeinsame Einlagensicherung auf europäischer Ebene ab.

Fahrenschon verwies darauf, dass die Einlagensicherheit ein wichtiges Vertrauensfundament für die Währungsunion sei. Sparkassen seien wichtige Vertrauensinstanzen in einer Zeit, in der das Vertrauen in den Euro schrittweise erodiere. „Das muss den Europäischen Instanzen jeden Tag klar sein. Die Einlagen¬sicherheit ist kein Feld, auf dem experimentiert werden darf.“

„Wir wehren uns dagegen, dass europäische Institutionen Zugriff auf die zur Sicherung unserer Kunden bestimmten Mittel nehmen wollen.“ Trotz der Beteuerungen etwa aus der EZB, dass eine europäische Einlagensicherung vom Tisch sei, besteht der DSGV darauf, dass mit Eintritt in eine Bankenunion über eine europäische Bankenaufsicht klargestellt wird, dass die gemeinsame Einlagensicherung nicht in Betracht kommt. Fahrenschon: „ Wir wollen uns nicht auf eine Salamitaktik einlassen.“

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