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Wirtschaft & Finanzen

DSGV: Fahrenschon fordert grundlegende Strukturreformen

„Geldpolitik in Europa am Ende der Möglichkeiten“

Strukturanpassungen in den öffentlichen Haushalten und Banken der Euro-Länder hat der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, anlässlich der Herbsttagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Washington gefordert. „Die heutige EZB-Politik überspielt mit zu viel und zu billigem Geld den Handlungsbedarf bei Banken und Staaten und konterkariert damit die auf mehr Stabilität ausgerichtete Finanzmarktregulierung“, so Fahrenschon.

Durch die Ultra-Niedrigzinspolitik in den USA und in Europa sowie die damit verbundene Liquiditätsschwemme ergäben sich Gefahren einer gewaltigen Fehlsteuerung. In einer künstlich niedrigen Zinslandschaft würden Risiken nicht mehr richtig bepreist. Auch die sich inzwischen abzeichnenden Unterschiede in der Zinspolitik im Euroraum einerseits und den USA und Großbritannien andererseits bergen erhebliches Gefahrenpotenzial. „Hier werden sich gewaltige Kapitalströme in Bewegung setzen. Das wird zumindest die aufstrebenden Länder vor erhebliche Probleme stellen und weitere Instabilitäten hervorrufen“, so Fahrenschon.

Die EZB müsse erkennen, dass perspektivisch behutsame Zinsschritte nach oben angezeigt seien und die Liquiditätsschwemme Stück für Stück zurückgeführt werden müsse. „Niemand kann den europäischen Staaten auf Dauer die Aufgabe abnehmen, notwendige Strukturreformen zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit durchzuführen. Die Geldpolitik ist inzwischen am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. Es ist zwingend, dass die Finanz- und Wirtschaftspolitik in Europa wieder zum zentralen Akteur wird und die notwendigen Maßnahmen endlich entschlossen und nachhaltig durchführt“, so Fahrenschon abschließend.

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