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DSGV | Fahrenschon warnt vor Vertrauensverlust in den Euro

Angesichts der fortdauernden Negativzinspolitik sieht der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, erhebliche Risiken für die gemeinsame europäische Idee und das Vertrauen in den Euro. „Wir rutschen in eine Gesellschaft, die auf Pump lebt – eine Gesellschaft, die unbedacht hohe Risiken eingeht, die uns morgen schon große Probleme bereiten können“, sagte Fahrenschon bei seiner Grundsatzrede vor rund 2.500 Teilnehmern auf dem 25. Deutschen Sparkassentag in Düsseldorf.
Die Sparkassen könnten dem nicht einfach zusehen. „Wir tragen die Mission zum Sparen in uns. Deshalb stemmen wir uns mit aller Kraft gegen diese Fehlentwicklung“, so Fahrenschon. Das Bedürfnis der Kunden nach Sicherheit dürfe nicht ohne Not strapaziert werden.

Die Sparkassen wollen nach den Worten von Fahrenschon bei ihrem solidem Geschäft bleiben: Kredite in der Region mit Einlagen aus der Region! Derzeit würden in Europa kaum mehr lebensfähige Banken durch billiges Geld künstlich am Leben gehalten. Banken könnten anstrengungslos Gewinne einfahren, wenn sie Staatsanleihen kriselnder Staaten kaufen und an die Notenbank weiterreichen. Und mangels ehrlicher Marktpreise könne mit den größten Risiken das meiste Geld verdient werden. Mit solchen Bedingungen werde der Keim für die nächste Finanzkrise gelegt. „Wir möchten nicht, dass Sparkassen zu Renditejongleuren, Kredithasardeuren oder Liquiditäts-Schnäppchenjägern werden“.

Fahrenschon kritisierte vor diesem Hintergrund den Vorschlag der EU-Kommission, die zur Sicherung der Sparer gebildeten Sicherungsmittel in einer einzigen europäischen Einlagensicherung zusammenzuziehen. „Mit einem solchen System kann in kritischen Situationen die Unsicherheit von Sparern in alle anderen EU-Länder überschwappen. Das ist kein gutes europäisches Konzept.“ Eine Bankenunion erfordere keinen einheitlichen Sicherungstopf, sondern einheitliche Standards für Eigenverantwortung. Deshalb lehne die Sparkassen-Finanzgruppe diese Pläne entschieden ab und wisse sich darin mit den Genossenschafts-banken einig. „Das Geld ist bei uns sicher. Und das bleibt auch so. Wir wollen das beste System nicht durch das zweitbeste ersetzen!“ sagte Fahrenschon.

Fahrenschon versprach, dass die Sparkassen alles tun, um die privaten Sparer vor Negativzinsen zu schützen – auch zu Lasten der eigenen Ertragslage. Wenn der außergewöhnliche Zinszustand aber lange anhalte, könnten auch die Sparkassen die Kunden nicht vor Negativ-Zinsen bewahren. Das müsse vermieden werden.

Den Volltext der Pressemitteilung finden Sie hier.

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