Aktuelles > DSGV| Griechenland-Kredite nur gegen Reformen

Artikel Details:

Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit & Verbraucherschutz, Wirtschaft & Finanzen

DSGV| Griechenland-Kredite nur gegen Reformen

Griechenland darf weitere Kredite nur gegen Reformen erhalten. Dies ist die Kernaussage eines aktuellen Positionspapiers, das die Chefvolkswirte der Landesbanken und des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) heute in Berlin veröffentlicht haben.

„Zwar ist der politische Einsatz für Europa im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen mit Griechenland nach wie vor sehr hoch, die Beschädigung der Währungsunion durch ein weiteres Aufweichen der Konditionalität wäre aber noch gravierender“, so Dr. Michael Wolgast, Chefvolkswirt des DSGV. Eine Lösung im Schuldenstreit liegt daher, nach Auffassung der Chefvolkswirte, nur in einer umfassenden politischen Einigung über Reformen in Griechenland, als Vorbedingung für ein weiteres Unterstützungsprogramm. In diesem Fall könnten und sollten Griechenland auch weitere Schuldenerleichterungen gewährt werden.

Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe sehen kaum Alternativen zu konsequenten Verhandlungen mit Griechenland. „Die Ausgabe von Schuldscheinen, Parallelwährungen oder ein vorübergehender Austritt Griechenlands aus dem Euro im Zuge einer griechischen Zahlungsunfähigkeit sind nur Scheinlösungen“, so Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, der die gemeinsame Positionierung der Chefvolkswirte mit vorbereitet hatte. Die eigentliche Problematik mangelnder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen würde in einem solchen Szenario nur in die Zukunft verschoben.

Ist eine Einigung mit der griechischen Regierung nicht erzielbar, wäre ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro nach Ansicht der Chefvolkswirte daher die bittere, aber notwendige Konsequenz. Gegebenenfalls wäre das erste Jahr der neuen Währungsselbständigkeit durch ein humanitäres Hilfsprogramm zu begleiten, um die unmittelbaren sozialen Härten des Ausstiegs abzumildern. Dauerhafte, unkonditionierte Transfers an Griechenland, bei einem Verbleib des Landes im Euroraum, lehnen die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe dagegen ab.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie auch hier.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen