Aktuelles > DSGV: Niedrigzinsen gefährden Wohlstand und Stabilität

Artikel Details:

  • 05.11.2012 - 13:13 GMT
  • DSGV
Wirtschaft & Finanzen

DSGV: Niedrigzinsen gefährden Wohlstand und Stabilität

Nicht nur Deutschland, sondern auch andere fortgeschrittene Länder verzeichnen seit geraumer Zeit ein außergewöhnlich niedriges Zinsniveau. Dieses wird wesentlich durch die gegenwärtige Geldpolitik der Notenbanken hervorgerufen. In den USA hält die Fed den Leitzins seit Dezember 2008 mit 0 bis 0,25 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit ihrer Gründung im Jahre 1913.

Die japanische Notenbank betreibt ihre Nullzinspolitik bereits seit 2000, die Bank of England hat ihren Leitzins seit dem Jahr 2009 auf dem Tiefstand von 0,5 Prozent eingefroren. Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins von November 2011 bis Juli 2012 auf 0,75 Prozent gesenkt. Fast alle Zentralbanken geben mehr oder weniger deutlich zu erkennen, dass sie dieses Zinsniveau noch für längere Zeit als angemessen ansehen – auch wenn die EZB definitiv immer wieder betont, dass sie sich nicht festlegt („We never precommit“).

In Deutschland und einigen anderen Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion wird dieser geldpolitische Einfluss auf die Zinsen noch von Kapitalbewegungen vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise verstärkt: Die Flucht in sichere Anlageformen wie Staatsanleihen und das deutsche Bankensystem in Deutschland lässt das gesamte Zinsspektrum über alle Marktseg-mente hinweg auf einem nie gekannt niedrigen Niveau verharren. Einlagenzinsen, Hypothekenzinsen, Kreditzinsen, Renditen von Anleihen sind außergewöhnlich niedrig. Bei sicheren Anlagen sind die Zinssätze teilweise so gering, dass sich bereits in Verbindung mit den herrschenden mo-deraten Teuerungsraten kein Inflationsausgleich mehr ergibt: Deutschland erlebt negative Realzinsen. Noch niemals ist das deutsche Finanzsystem einer so ausgeprägten und ausgedehnten Niedrigzinsumgebung ausgesetzt gewesen.

Die in diesem Zusammenhang immer wieder angeführten Gegenbeispiele hoher Zinsen für Dispositionskredite ändern das Bild in keiner Weise. Zum einen handelt es sich hierbei um einen Anteil von 1,9 Prozent an den gesamten Krediten, die an private Haushalte ausgereicht werden, weil Dispositionskredite lediglich zum Spitzenausgleich und nicht als langfristige Konsumenten-kredite dienen. Zum anderen sind die deutlich höheren Sätze hier gerechtfertigt – ähnlich wie auf dem Markt für Unternehmensanleihen, auf dem auch höher rentierliche Anleihen zu finden sind – durch erheblich höhere Risiken für das ausleihende Institut. Ein staatlicher Eingriff in die Zinsge-staltung an dieser Stelle würde Marktmechanismen außer Kraft setzen und in vielen Fällen zur Einstellung dieses Angebots führen.

In Kürze finden Sie den vollständigen Standpunkt hier.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen