Aktuelles > DSGV: Weltwirtschaftliche Herausforderungen 2013 – Handlungsbedarf der Politik bleibt hoch

Artikel Details:

  • 11.03.2013 - 14:34 GMT
  • DSGV
Wirtschaft & Finanzen

DSGV: Weltwirtschaftliche Herausforderungen 2013 – Handlungsbedarf der Politik bleibt hoch

Zu dem Thema „Weltwirtschaftliche Herausforderungen 2013 – Handlungsbedarf der Politik bleibt hoch“ haben die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe Stellung bezogen.

Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe sehen folgende Herausforderungen in diesem Jahr auf die Weltwirtschaft zukommen:

  • Die Konjunktur stabilisiert sich in den meisten Regionen der Welt, die Lage bleibt insgesamt jedoch fragil. Politische Stolpersteine im Euroraum – wie jüngst in Italien zu beobachten – und den USA sowie die wirtschaftspolitische Neuausrichtung in China und in Japan werden die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr beeinflussen.
  • Das Problem einer zu hohen Staatsverschuldung ist nicht auf den Euroraum beschränkt, sondern ist ein Problem vor allem der Industrienationen. In den USA besteht die Gefahr einer unkoordinierten Konsolidierung der öffentlichen Finanzen. Japan wird mit alten Rezepten höherer Staatsverschuldung die Stagnation nicht überwinden. Insgesamt blei-ben schlüssige langfristige Konzepte gefordert, die auf eine Stabilisierung bzw. Absen-kung der öffentlichen Verschuldung in Relation zur Wirtschaftsleistung zielen und gleichzeitig über Strukturreformen das Wachstumspotenzial fördern.
  • Die Geldpolitiken insbesondere der US-amerikanischen Notenbank und der EZB sowie deren Zusammenwirken haben bislang wesentlich dazu beigetragen, einen Zusammenbruch der Geldmärkte zu verhindern und die Konjunkturerholung zu unterstützen. Mittlerweile rückt der Zeitpunkt näher, ab dem eine anhaltend expansive Geldpolitik in einigen Ländern wie den USA Fragen nach dem Vertrauen in die Geldordnungen aufwerfen. Während richtigerweise die Bilanzsumme der EZB auf passive Weise reduziert wird, erhöhen die Zentralbanken der USA und Japans die Zentralbankliquidität weiter. Die betroffenen Währungen können dadurch Vertrauensverluste erleiden, was wiederum mit der Gefahr von Blasenbildung und Inflation einhergeht.
  • Mit der neuen japanischen durch die Geldpolitik unterstütze schuldenfinanzierte Ausgabenpolitik sind Fragen nach einem „Währungskrieg“ gestellt. Die Klarstellungen der europäischen Politik, an einem stabilen Euro festzuhalten, haben hier zu Recht zu einer entspannteren Diskussion geführt. Ein Abwertungswettlauf wäre schädlich und könnte zudem in protektionistischen Maßnahmen münden. Insofern ist der eingeschlagene europäische Weg der Konsolidierung bei gleichzeitiger Stärkung einer unabhängigen Zentralbank richtig.
  • Richtig ist auch, bis 2016 ein Freihandels- und Investitionsabkommen zwischen den USA und Europa auszuhandeln. Bei der Ausgestaltung muss aber darauf geachtet werden, Protektionismus gegenüber aufstrebenden Märkten und damit Handelsumlenkungen zu vermeiden.

Die Stellungnahme finden Sie hier zum Initiates file downloadDownload.

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen