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Bildung, Jugend, Kultur und Sport

EBD De-Briefing zum Rat BJKS | Bildung und Kultur bleiben wichtige Stützpfeiler im europäischen Integrationsprozess

Am 22. und 23. Mai 2018 tagten die EU-Minister/-innen für Bildung, Jugend, Kultur und Sport in Brüssel, am Folgetag standen Hannah Gebel vom Referat für übergreifende Fragen und Bildungspolitik der EU des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, und Dr. Sophie Engelhardt, Referentin im Referat Internationale Zusammenarbeit Kultur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, beim EBD De-Briefing Rede und Antwort. Janin Hartmann, Projektleiterin des Europäischen Wettbewerbs, moderierte die Veranstaltung mit etwa 30 Gästen.

Der Bildungsrat bekräftigte die Absichten der Europäischen Kommission, die Vision des Sozialgipfels vom 17. November 2017 in Göteborg für einen Europäischen Bildungsraum umzusetzen. Bis 2025 soll das ambitionierte Konzept realisiert werden und bestehende sowie neue Bildungsinitiativen verbinden. Um dies zu erreichen, verabschiedete der Rat eine überarbeitete und aktualisierte Fassung der Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, außerdem empfahl er die Verbesserung digitaler Infrastrukturen an europäischen Schulen, den Ausbau des Erasmus Programms und die Stärkung der Fremdsprachenkenntnisse europäischer Schüler/-innen. Zudem bekräftige der Ministerrat die Relevanz frühkindlicher Bildung und die Verantwortung bürgerschaftlicher Bildung für die Extremismus-Prävention. Auch die Rolle der Universitäten wurde insbesondere hinsichtlich ihrer Bedeutung für regionales Wachstum diskutiert, der europäische Schulsporttag für den 29.9. terminiert.

Neben Bildung und Sport bleibt auch der kulturelle Austausch in Europa ein wichtiger Baustein des europäischen Integrationsprozesses. Die Kulturminister/-innen nutzen die Gelegenheit, sich im Europäischen Kulturerbejahr ausführlich zur Stärkung der Kultur in der europäischen Politik sowie deren Rolle in der EU nach 2020 auszutauschen. Der Grund: Der Ratsarbeitsplan Kultur läuft Ende 2018 aus und muss neu aufgestellt werden. Auch die finanzielle Ausgestaltung des Förderprogramms Creative Europe steht aufgrund der MFR-Verhandlungen bevor – beides Herausforderungen und Prioritäten für die kommende österreichische Ratspräsidentschaft. Die Kulturminister/-innen diskutierten auf Initiative der Bundesregierung über die Rolle von Frauen in der Kulturbranche sowie die Auswirkungen der veränderten Mehrwertsteuerrichtlinie auf den Kulturbereich.

In einem waren sie sich besonders einig: Ähnlich dem Erasmus+ – Programm soll der Austausch europäischer Künstler/-innen künftig gestärkt werden. Eine gute Gelegenheit dafür bietet der European Cultural Heritage Summit – Höhepunkt und einwöchige Tagung des Europäischen Kulturerbejahres im Juni in Berlin.

Begleitet wurde die Ratstagung von umfangreichen Veröffentlichungen der Europäischen Kommission:
• ein Konzept für die neue Jugendstrategie für den Zeitraum 2019-2027
• eine neue Agenda für Kultur
• die Mitteilung „Ein stärkeres Europa aufbauen: Die Rolle der Jugend-, Bildungs- und Kulturpolitik“
• Vorschläge für Empfehlungen des Rates zu Systemen für hochwertige frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung, zur automatischen gegenseitigen Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen sowie der im Ausland erzielten Ergebnisse von Lernzeiten und zur Verbesserung des Lehrens und Lernens von Sprachen

Die Konzepte der Europäischen Kommission werden auf der kommenden Ratstagung im November 2018 Thema sein. Auch hierzu wird die EBD wieder ein De-Briefing anbieten.