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Bildung, Jugend, Kultur und Sport

EBD und EMI fordern: Mehr Europa in der Schule! EU-in-BRIEF 09/2017

Wissen ist Macht. Nur wer Bescheid weiß, welche Instrumente der politischen Partizipation es gibt, kann sich Gehör verschaffen und mitgestalten. Leider haben die größten Kritiker der EU oft den geringsten Kenntnisstand, viele berufen sich auf sogenannte Fake News oder Vorurteile.

Die Europäische Bewegung Deutschland und ihr Mutterverband Europäische Bewegung International sind überzeugt: Kritik an der EU ist berechtigt und sogar nötig, aber sie sollte auf Grundlage eines soliden Kenntnisstandes ausgeübt werden. Deshalb fordert die Europäische Bewegung im neuen EU-in-BRIEF: „Die EU in der Schulbildung“ ein Umdenken in der europäischen Bildungspolitik: Insbesondere in den Schulen müsse mehr Wissen über die EU vermittelt werden.

Schulen sind die einzigen Institutionen, die alle europäischen Bürgerinnen und Bürger erreichen – deswegen ist es entscheidend, dass hier ausreichend Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt werden. Europabildung an Schulen kann der Schlüssel zur funktionierenden Demokratie in der Europäischen Union sein.

Mitarbeiter der Europäischen Bewegung haben aktuelle Studien der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments ausgewertet und mit zahlreichen Lehrkräften gesprochen, um den aktuellen Stand der Europabildung in den Mitgliedstaaten zu analysieren. Dabei kam heraus: Theoretisch haben alle Mitgliedstaaten Europabildung in die Lehrpläne integriert, doch in der Umsetzung hapert es, so dass viele Schüler ihren Abschluss fast ohne Wissen über die EU machen.

Europabildung ist auf verschiedene Jahrgänge und Fächer verteilt; ob und wie Lehrkräfte es unterrichten, hängt stark von ihrer eigenen politischen Einstellung und Initiative ab. Das vermittelte Wissen beschränkt sich häufig auf Geografie und Geschichte der Europäischen Union. Nur selten finden Inhalte wie die Verzahnung nationaler und europäischer Politik, die Arbeitsweise der EU-Institutionen oder Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger ihren Weg ins Klassenzimmer – obwohl gerade diese relevant für mündige Bürgerinnen und Bürger wären.

Die Europäische Bewegung will diese Situation nicht länger hinnehmen und fordert sowohl von der EU als auch von den Mitgliedstaaten radikale Maßnahmen, um die Europabildung zu verbessern. Europabildung soll an Schulen verpflichtend werden, gemeinsame Leitlinien sollen den Mitgliedstaaten dabei Orientierung bieten. Lehrkräfte sollen stärker unterstützt werden in ihrer eigenen Weiterbildung, aber auch in der Nutzung von Unterrichtsmaterialien und non-formalen Bildungsangeboten.

Diese Forderungen bilden die Grundlage für eine Policy Position der Europäischen Bewegung International zur europäischen Bildungspolitik. Die EMI bündelt damit ihre reichhaltigen Bildungsaktivitäten im internationalen Netzwerk und schafft die politische Grundlage für ein stärkeres Engagement im Bildungsbereich. EMI-Generalsekretär Petros Fassoulas: „The European Movement network has a long experience, across Europe, with successful educational projects on the EU. We have seen the benefit of engaging people and encouraging them to debate and discuss what the EU is and does and how they can take part in the decisions that affect them. We will continue to advocate for more and better civic education in schools across Europe.”

Im Netzwerk der EBD sind zahlreiche Bildungsträger organisiert, die sich stark im Bereich der schulischen und non-formalen Europabildung engagieren. Erst kürzlich haben sich die knapp 250 Mitgliedsorganisationen auf eine politische Forderung zur europäischen Bildungspolitik geeinigt.

Das nun veröffentlichte EU-in-BRIEF differenziert diese Position aus und fördert die Debatte über Qualität und Quantität der Europabildung in der EU. EBD-Vorstandsmitglied Thiemo Fojkar begrüßt die Initaitive von EBD und EMI zur Stärkung der Europabildung in der EU: „Die Mitgliedsstaaten müssen verpflichtet werden, Europabildung in den Lehrplänen aller Schulen zu verankern. Das Thema ist zu wichtig, als dass es allein den Lehrerinnen und Lehrern überlassen werden kann.“

Zur Studie: „Die EU in der Schulbildung“

Zur englischen Fassung der Studie: „Learning the European Union at School“

Zur politischen Forderung der EBD: „Europäisches Bewusstsein stärken, Europa bilden!“

Zur Policy Position der EMI: „EU Education at School“

 

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