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Eine besondere Preisverleihung für zwei besondere „Frauen Europas“

Zum 30-jährigen Jahrestag des Preis „Frauen Europas“ wurden in diesem Jahr gleich zwei Frauen für ihr europäisches Engagement ausgezeichnet. In einer festlichen Online-Zeremonie wurden die diesjährigen „Frauen Europas“ Lisi Maier, Ko-Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) e.V., und Prof. Dr. Ingeborg Tömmel, Gründerin des deutschlandweit ersten Vollzeitstudiengangs „European Studies“ am 17. Juni geehrt. Die Moderation übernahm Sissy Thammer, selbst Preisträgerin aus dem Jahr 1997.

Zu Beginn der Veranstaltung richtete Dr. Jörg Wojahn, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, seine Grußworte an das Publikum. Er betonte die Wichtigkeit des Preis Frauen Europas vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, welche die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern noch verschärft habe. Sorgen bereiteten ihm Tendenzen in einigen Mitgliedstaaten, Errungenschaften der Frauenbewegung wieder rückgängig zu machen. Dies unterstreiche die Wichtigkeit des Preises, das Engagement von Frauen zu würdigen. Den Festakt zur Preisverleihung organisiert die Europäische Bewegung Deutschland e.V. (EBD) gemeinsam mit der Vertretung der Europäischen Kommission. Bernd Hüttemann, Generalsekretär der EBD, gratulierte den Preisträgerinnen in Vertretung der EBD-Präsidentin Dr. Linn Selle. Er betonte die Vielfalt des heutigen Netzwerks, welches aus Frauen besteht, die sich nun schon seit einer ganzen Generation aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Politik, Bildung, Kultur und Wirtschaft heraus für Europas Integration engagieren. 

Prof. Dr. Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin und selbst Preisträgerin, pries Prof. Dr. Ingeborg Tömmel in ihrer Laudatio als eine Frau, die für Europa brenne und die Werte der EU ernst nehme. Sie stellte dabei den von ihr gegründeten Studiengang European Studies heraus, welcher sich den zentralen Fragen zur Struktur und Politik der Union annimmt. Darüber hinaus benannte sie ihr langjähriges Engagement für Griechenland sowie in der Flüchtlingshilfe. Die Laudatio auf Lisi Maier hielt Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Sie stellte das unermüdliche Engagement von Lisi Maier im Bereich der Jugendarbeit, unter anderem bei der Kolpingjugend, heraus. Berührt war sie vor allem von der Überzeugungskraft und ansteckenden Herzlichkeit, mit der sich Lisi Maier für eine stabile Demokratie in Europa einsetzt. Sie nannte die Ko-Vorsitzende der EBD-Mitgliedsorganisationen DBJR in diesem Zusammenhang eine mutige, durchsetzungsstarke, Grenzen überwindende Frau mit Vorbildfunktion. 

Prof. Gudrun Schmidt-Kärner, Präsidentin des „Preis Frauen Europas“ übergab die Preise, welche von der Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung mitfinanziert wurden, an die beiden Preisträgerinnen. Dabei stellte sie die symbolische Bedeutung des Preises heraus und mahnte, dass es ohne Frauen keine Weiterentwicklung in Europa gäbe. Prof. Dr. Ingeborg Tömmel bedankte sich herzlich für den Preis und versicherte, dass er ihr ein großer Ansporn sei, auch in Zukunft den Europagedanken aktiv weiter zu leben. Auch Lisi Maier zeigte sich sehr geehrt, dem starken und inspirierenden Netzwerk beizutreten. Neben den beiden Preisträgerinnen wurde Margrit Weimeister für ihr Lebenswerk im Bereich der internationalen Jugendarbeit geehrt. Durch ihre eigenen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg gemahnt, gründete sie 1994 einen Jugendbauernhof im Sinne der europäischen Versöhnung und des länderübergreifenden Austausches.