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Europäische Wertegemeinschaft, Partizipation & Zivilgesellschaft

Europa aus christlicher Sicht – EBD-GS Hüttemann bei ZdK, Bischofskonferenz, KSHG Münster

Europa ist in jeder Gemeinde. Welche positive Rolle können katholische Christen in der Europapolitik spielen? Rund 100 Mitglieder der katholischen Laienorganisation aus den 27 deutschen Bistümern trafen sich am Wochenende in Fulda zu ihrer jährlichen Tagung. Neben der kirchlichen Arbeit vor Ort stand für die Diözesanräte im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) die Zukunft Europas auf der Agenda. Denn die Sorge ist groß um den Zusammenhalt des Kontinentes. Die Antwort der gewählten Kirchenvertreter war schon im Titel klar: „Europa braucht uns – mehr denn je!“. Und so wurde Generalsekretär Bernd Hüttemann vom EBD-Mitglied ZdK eingeladen, mit den Delegierten, dem Europaabgeordneten Dr. Peter Liese und der Europa-Referentin der Deutschen Bischofskonferenz Dr. Gabriela Schneider den Zustand Europas aus christlicher Sicht zu diskutieren.

Dabei wurde deutlich, dass das ZdK als Lobby für die christlichen Anliegen in der Europapolitik nicht nur in Brüssel, sondern auch in den Gemeinden, Bistümern und deutschlandweit stärker eintreten möchte. Bernd Hüttemann warb für mehr politische Kontaktarbeit des ZdK und seiner Mitglieder über territoriale Grenzen hinweg. Und auch Schnittstellen mit anderen gesellschaftlichen Kräften müssten im Wettstreit der Argumente für ein besseres, breit getragenes Europa genutzt werden. Hier könne das Netzwerk EBD mit seinen vielen und vielfältigen Mitgliedsorganisationen helfen – offline und online. Wichtig sei, dass die demokratische Gesellschaft sich aktiv und kritisch in die Europapolitik einmische, nicht nur in Brüssel.

Deutlich wurde in der Diskussion auch, dass die demokratische Struktur und Organisationskraft der katholischen Laien in Deutschland einzigartig in Europa ist. Auch wird die klare inhaltliche Position des ZdK – etwa in der Flüchtlingskrise – in anderen Ländern wie etwa Ungarn nicht verfolgt. Hier kann nur grenzüberschreitender Dialog gesucht werden. Eine weitere Idee ist die Einbindung kroatischer, italienischer oder polnischer Gemeinden in die Diskussion vor Ort. Auch können die früher weitaus stärker gelebten Städtepartnerschaften für europapolitische/christliche Themen genutzt werden. Als weiteres Zukunftsprojekt wurde die ökomenische „European Christian Convention“ genannt, die für die Zeit nach 2020 geplant ist.

Die jüngsten Angriffe auf die europäische Integration führt auch die Katholiken verstärkt in die Europapolitik. Der EBD-Generalsekretär hatte einige Tage zuvor an einem Hintergrundgespräch mit dem Referatsleiter des Bereichs Kirche und Gesellschaft der deutschen Bischofskonferenz Dr. Matthias Belafi teilgenommen.Thema war die Arbeit der AG Europa der DBK, deren Berater Hüttemann seit 2016 ist.  Auch hier zeigte sich eine proeuropäische Einstellung und die Bereitschaft, grenzüberschreitend noch mehr für das vereinte Europa zu tun. Und auch an der studentischen Basis herrscht bei den Katholiken in Deutschland ein großes Interesse an einem starken Europa. Am 2. Februar hatte Hüttemann gemeinsam mit Prof. Dr. Winfried Loth an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die europäischen Herausforderungen diskutiert. Der Andrang in der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde war sehr groß und im Ergebnis ermutigend: Alle proeuropäischen gesellschaftlichen Kräfte müssen und können enger zusammenstehen.