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Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz, Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Europa beim Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit inspirieren: EBD-Vorstand Hepperle zur „Luxemburger Erklärung“ der Kammern

Für eine verstärkte europäische Bildungskooperation in Europa haben sich die Industrie- und Handels-, Handwerks- und Wirtschaftskammern in Deutschland, Luxemburg und Österreich ausgesprochen. Gemeinsam wollen sie einen Beitrag zur Überwindung der Jugendarbeitslosigkeit leisten, erläutert Dr. Sabine Hepperle, die für den DIHK im EBD-Vorstand sitzt, die „Luxemburger Erklärung“ der Organisationen.

„Durch verstärkte Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern und ausgewählten Netzwerken in Europa, allen voran der Europäische Bewegung Deutschland, engagieren sich die Kammern aktiv, um gemeinsam einen aktiven  Beitrag zur Überwindung der dramatisch hohen Jugendarbeitslosigkeit in zahlreichen europäischen Ländern zu leisten“, kommentiert EBD-Vorstand Dr. Sabine Hepperle, Leiterin der DIHK-Vertretung bei der EU, das Engagement der Kammern. „Die erfolgreiche und praxisnahe deutsche duale Berufsausbildung wird dabei zunehmend als Referenzmodell von den betroffenen EU-Ländern nachgefragt, um ihren Jugendlichen gute Beschäftigungschancen zu geben und den Unternehmen die notwendigen gut qualifizierten Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Bildung und berufliche Qualifizierung sind für die IHK-Organisation ein Schlüsselelement, um Europa insgesamt wieder auf den Weg zu Wachstum und Beschäftigung zu bringen.“

Die Kammern veröffentlichten ihre „Luxemburger Erklärung“ im Kontext der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan initiierten Ministerkonferenz „Berufliche Bildung in Europa – Perspektiven für die junge Generation“ am 10. und 11. Dezember in Berlin.

An der Konferenz nahmen die Bildungsminister Spaniens, Italiens, Griechenlands, Portugals, der Slowakei sowie Lettlands teil – allesamt Länder, die durch eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und vollzeitschulische Berufsbildungssysteme gekennzeichnet sind. Auch die Geschäftsführer der Deutschen Auslandshandelskammern dieser EU-Mitglieder, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, und der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks waren vor Ort.

Das Treffen zeige „deutlich, dass sich die EU und ihre Mitgliedsländer an den Vorzügen der erfolgreichen dualen Ausbildung orientieren wollen“, sagte DIHK-Präsident Driftmann in Berlin. Dies sei auch das Gebot der Stunde angesichts der alarmierenden Jugendarbeitslosigkeit im europäischen Umfeld: In der EU sind 5,7 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren ohne Job, die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe liegt über 23 Prozent.

„Wir können und dürfen nicht akzeptieren, dass Jugendliche das Gefühl haben, in Europa keine Chance zu haben. Gerade bei diesem Thema sind wir gemeinsam in der Verantwortung. Und zwar unabhängig, aus welchem Land wir kommen“, mahnte Driftmann bei seinem Gespräch mit den Bildungsministern.

Er verwies auf die vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, Österreich und Luxemburg. „Diese Entwicklung ist zum einen auf das in diesen Ländern erfolgreich praktizierte System der dualen Berufsausbildung zurückzuführen“, erklärte der DIHK-Präsident, „zum anderen auch auf eine starke und institutionalisierte Rolle der Kammern und Unternehmen in der Berufsbildung.“

Richtig sei deshalb das Memorandum, das Annette Schavan und die Bildungsminister der sechs Länder am heutigen Dienstag unterzeichnen. Es sieht vor, in Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, der Slowakei sowie Lettland gemeinsam duale Ausbildungsstrukturen aufzubauen und auch neue Mitwirkungsformen für die Wirtschafts- und Sozialpartner inklusive Kammern zu entwickeln.

„Die IHK-Organisation ist hierbei – ebenso wie die Kammern in Österreich und Luxemburg – bereit, ihr Wissen und ihre guten Erfahrungen anderen europäischen Ländern zur Verfügung zu stellen“, betonte Driftmann. Ein aktives Engagement für die Stärkung der dualen Ausbildung in Europa habe man in der gemeinsamen „Luxemburger Erklärung“ vereinbart, die rechts oben zum Download bereitsteht.

„Der DIHK ist hier bereits vorgeprescht“, berichtete Driftmann. Bereits im September beziehungsweise November seien mit dem spanischen und italienischen Kammerdachverband Kooperationsvereinbarungen für die duale  Berufsausbildung abgeschlossen worden.

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