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Europa-Union Deutschland | Schwer kalkulierbare Folgen und Wirkungen

Foto: EBD

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Christian Moos, Generalsekretär der Europa-Union Deutschland und Mitglied im EBD-Vorstand erwartet am 23. Juni eine knappe Entscheidung der Briten:

„Das Referendum wird eng ausgehen, ich persönlich rechne aber mit einem Ja zur weiteren Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Großbritannien würde so oder so Teil der europäischen Ordnung bleiben, es verlöre nach einem Brexit aber an Einfluss auf deren Entwicklung.

Ich glaube, dass die Europäer zusammenbleiben müssen, weil die Freiheit und mit ihr die westlichen Werte zunehmend von außen und von innen heraus bedroht werden. Das Vereinigte Königreich hat in der Verteidigung dieser Werte eine herausragende Rolle gespielt, es wird auch in Zukunft in Europa gebraucht. Zudem sehe ich die Gefahr, dass sich um ein nicht mehr der EU angehörendes Vereinigtes Königreich herum ein neuer, lockerer europäischer Staatenbund in Konkurrenz zur Union bilden könnte. Eine solche Spaltung würde Europa insgesamt schwächen. Gegenwärtig ist die britische Regierung auch nicht die einzige, die das Integrationstempo verlangsamen will. Selbst Frankreich fällt zumindest gegenwärtig als Integrationsmotor aus, und auch Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren nicht mit großen Initiativen hervorgetan. Es braucht langen Atem und viel Überzeugungsarbeit, vor allem auch den heilsamen Druck zivilgesellschaftlicher Kräfte, wie sie sich in der Europäischen Bewegung International (EMI) und der Union Europäischer Föderalisten (UEF) organisieren. Damit es auch mit Großbritannien weitergehen kann und die Potentiale des vereinten Europa freigesetzt werden, muss das Instrument der Verstärkten Zusammenarbeit intensiv genutzt werden.

Schengen und der Euro sind Ergebnisse dieses Weges. Jede Avantgarde muss dabei offen sein für alle EU-Mitglieder, die die Voraussetzungen für den jeweiligen Schritt erfüllen. Eine EU ohne Großbritannien wäre nicht dasselbe wie die EWG vor dem britischen Beitritt. Es wäre ein neuer Zustand, eine neue europäische Ordnung mit schwer kalkulierbaren Folgen und Wirkungen.“

Telegramm UKref dDas EBD Telegramm zum bevorstehenden EU-Referendum in Großbritannien gibt einen Überblick über die Positionen der Mitgliedsorganisationen in Deutschlands größtem Netzwerk für Europa. Das Telegramm können Sie unter diesem Link finden.

  1. Adrian Taylor
    Adrian Taylor June 20th,2016 11:40:46 Kommentar #175

    Lieber Herr Moos,
    Sie unterschätzen die Absichte von Brexit Mitglieder. Die möchten nicht nur dass GB die EU verlässt. Sie möchten die Vernichtung der EU. Die neue (von Boris Johnson gebildete) Regierung wird alles machen damit GB wichitig für die Amerikaner bleibt – und das kann nur erfolgen wenn es die EU nicht mehr gibt…

    Also, wenn die GB für Brexit stimmt, bitte keine Zugeständnisse geben. Die Brexit befürwörter möchten wie Kanada sein? Sofort geben – und damit Zölle wieder einführen, Geschäftsvisum, und die raus aus alle Institutionen rausschmeißen!

  2. Christian Moos
    Christian Moos June 21st,2016 10:21:41 Kommentar #176

    Dear Adrian,

    Many thanks for your comment.

    I fully agree, there must not be any concessions in case of Brexit.

    Having said that, if the British decide to leave negociations should be conducted in a fair manner but Britain won’t be treated any better than any other third country.

    However, I am deeply convinced that the United Kingdom will remain a member of the European Union.

    Britain will not jeopardize the European system. It would be too ironic if the British revolutionized the existing order that has been guaranteeing peace, stability and free trade for so many years.

    Best wishes,
    Christian

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