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Europäische Wertegemeinschaft, Partizipation & Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Finanzen

Europäische Verbindungen über die Alpen hinweg stärken | Generalsekretär Hüttemann in Südtirol

Mit Südtirol findet sich mitten in Europa ein besonderes Exempel für europäisches Zusammenleben über Grenzen hinweg. Dort wird der europäische Austausch u.a. in Form von Bilingualität und Bikulturalität gelebt. Passend zu diesem Umfeld richten der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und Confindustria, Italiens größte Arbeitgeberorganisation, im südtirolischen Bozen jährlich ein Business Forum zur Stärkung der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen aus. Der Austausch und die Zusammenarbeit über europäische Grenzen hinweg gehört zu den zentralen politischen Forderungen der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD). Um diese Forderung zu vertiefen und sich dazu mit europäischen Partnerinnen und Partner auszutauschen, reiste EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann vom 30. Oktober bis zum 1. November zum diesjährigen Forum nach Bozen.

Italien und Deutschland sind kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Es fehlt allerdings an strategischer Zusammenarbeit, denn bislang konzentriert sich Berlin vornehmlich auf Kontakte nach Paris. Auf Parteienebene brachen nichtstaatliche diplomatische Verbindungen zwischen Italien und Deutschland in den Zeiten von „Mani Pulite“ des korruptionsgeschwächten Italien und in Zeiten der deutschen Wiedervereinigung ab. Heute bestehen immerhin noch Kooperationen zwischen der SPD und PD sowie CDU/CSU und Forza Italia. Umgekehrt stellen autoritär-nationalistische Parteien wie die AfD und die Lega wenn auch wenig geschlossen eine Bedrohung dar. Gerade der Zusammenschluss demokratischer Parteien muss gestärkt werden, um dieser stark entgegen zu treten.

Das Business Forum in Bozen verdeutlicht jährlich die Erfolge der Public Diplomacy der großen italienischen und deutschen Wirtschaftsverbände. Sonstige gesellschaftliche Kräfte bieten weniger nachhaltige Verbindungen allerdings und werden strukturell von staatlichen Akteurinnen und Akteuren vernachlässigt. In bilateralen Gesprächen auf dem und um das Forum betonte Hüttemann daher, dass die bestehenden Verbindungen ausgebaut und über den wirtschaftlichen Tellerrand hinaus gedacht werden müssten. Dafür müssten neben politischen und wirtschaftlichen Akteurinnen und Akteuren gesellschaftliche Kräfte, wie z.B. Verbände, stärker eingebunden werden. Sie können den Dialog um neue Perspektiven bereichern und den europäischen Austausch so insgesamt stärken. In Südtirol zeigt beispielsweise das Eurac Research Center wie dies zumindest im wissenschaftlichen Bereich gelingen kann.

Dass BDI und Confindustria ihre Zusammenarbeit um das Mouvement des entreprises de France (MEDEF), Frankreichs größte Arbeitgebervereinigung, erweitern wollen, begrüßte Hüttemann ausdrücklich. Wenngleich Deutschland und Italien auf den ersten Blick wirtschaftlich mehr Gemeinsamkeiten aufweisen würden, böte das Hinzukommen Frankreichs die Chance auf ein starkes Dreier-Bündnis in der Eurozone. Mit einer Konferenz im Dezember will das deutsch-italienisch-französische Wirtschaftsbündnis seine Kräfte erstmals bündeln. Doch sind europäische Aufgaben auch über wichtige Einzelthemen hinaus stärker zu vernetzen. Bilateral sind in sehr vielen Politikfeldern die Kontakte über die Alpen hinweg zu stärken. Fast alle Sektoren sind miteinander verbunden und überlappen sich in wichtigen Fragen europäisch.

Der BDI und die Confindustria richten das deutsch-italienische Business Forum jährlich in Bozen aus. Das Forum fand dieses Mal zum 9. Mal und mit dem Thema „Innovation und digitale Wirtschaft“ statt. Auf Twitter sind Informationen rund um die Konferenz unter #ForumBozen19 zu finden.

Die Europäische Bewegung Deutschland stärkt seit Jahren den europapolitischen Dialog zwischen Italien und Deutschland. Alle veröffentlichten Nachrichten zu Italien finden Sie über das Nachrichtenschlagwort „Italien“.

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