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Bildung, Jugend, Kultur und Sport

Europe and the world – Fachtagung bundesweiter Schülerwettbewerbe

Welche internationale Bildungsarbeit leisten Schülerwettbewerbe bereits und wie kann diese noch besser als bisher mit bestehenden Bildungsprogrammen verknüpft werden? Zur Klärung dieser Fragestellung fand am 19. und 20. Februar 2018 eine Fachtagung im Europäischen Haus statt. Tagungsteilnehmer waren die Projektleitungen aller 22 in der Arbeitsgemeinschaft bundesweiter Schülerwettbewerbe (AG BSW) organisierten Schülerwettbewerbe sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kultusbehörden, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz.

Die Fachtagung findet jährlich zu wechselnden Themen statt, im Fokus steht dabei die gemeinsame strategische Weiterentwicklung von Schülerwettbewerben für die schulische Bildung. Auch die Ausrichtung der Fachtagung wechselt jedes Jahr, 2018 organisierten der Europäische Wettbewerb, das traditionsreichste Bildungsprojekt der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. (EBD), und der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik die Tagung gemeinsam. Für das Tagungsthema ergänzten sich die beiden gesellschaftspolitischen Schülerwettbewerbe optimal – der Europäische Wettbewerb steht für Europabildung, der Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik für globales Lernen.

Das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland, selbst Ausrichter zweier Schulwettbewerbe, stellte der Tagung die Räumlichkeiten des Europäischen Hauses zur Verfügung, Leiter Frank Piplat begrüßte die Gäste. Bernd Hüttemann, Generalsekretär der EBD, stellte die Arbeit des größten Netzwerks für Europa in Deutschland vor, Nicola Fürst-Schumacher, Leiterin der Abteilung Schulische Bildung begrüßte im Namen von Engagement Global.

Der erste Tagungstag stand im Zeichen der Praxisbeispiele: Welche internationale Arbeit wird bereits im Rahmen der AG BSW geleistet? Ansgar Kemmann, Sprecher der AG und Leiter von jugend debattiert, skizzierte die unterschiedlichen Dimensionen internationaler Bildung: Einige Wettbewerbe setzen sich inhaltlich mit internationalen Themen auseinander, andere sind Bestandteil internationaler Wettbewerbsstrukturen. Ein Beispiel für Letzteres bot Dr. Sebastian Opitz, der die Arbeit des Internationalen Sekretariats der Biologie Olympiade vorstellte.

Danach standen die zwei ausrichtenden Wettbewerbe im Fokus, die beide für die inhaltliche Auseinandersetzung mit europäischer bzw. globaler Bildung stehen: Projektleiterin Janin Hartmann stellte den Europäischen Wettbewerb vor, Christine Gerland den Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik. Im Anschluss nahmen die Tagungsgäste an einer exklusiven Führung durch das Besucherzentrum Erlebnis Europa von der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Elizabeth Pender teil.

Nach einem vollen Tag mit vielen Praxisbeispielen für internationale Bildung traf man sich am Abend zum geselligen Beisammensein wieder. Außer exzellentem Essen und angeregter Unterhaltung wurde den Gästen auch ein Musikprogramm geboten: Zwei Preisträger des Song Contest des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik spielten ihre selbst komponierten Songs.

Der zweiten Tagungstag wurde durch einen hochrangigen Gast und Impulsgeber eingeläutet: Heidi Weidenbach-Mattar, Ständige Vertreterin des Generalsekretärs der KMK, beleuchtete die Rolle von Schülerwettbewerben im Kontext internationaler Bildungsarbeit der KMK. Sie fand viele wertschätzende Worte für die Arbeit der Wettbewerbe: Sie seien integraler Bestandteil der Schulentwicklung und unabdingbar für den Auftrag der Schule, eigenständig denkende und handelnde Personen zu entwickeln. Schülerwettbewerbe stärken Kompetenzen und Demokratiefähigkeit, wirken damit Populismus entgegen.

Gemeinsam mit Gernot Stiwitz, Leiter des Pädagogischen Austauschdienstes der KMK, stellte sie die internationalen Netzwerke und Programme der KMK vor und beleuchtete Möglichkeiten, wie diese für Schülerwettbewerbe nutzbar sind. Stiwitz blieb auch für den folgenden Programmpunkt und arbeitete aktiv in einer der folgenden Gruppensitzungen mit.

Nach Umfang reichem externem Input stand der restliche Vormittag im Zeichen des intensiven Austausches. In vier Gruppen diskutierten die Vertreter der Länder und der Wettbewerbe welche Rahmenbedingungen Wettbewerbe für internationale Arbeit brauchen, wie sie mit bestehenden internationalen Netzwerken verknüpft werden können und welchen Beitrag sie zur Integration und zur kulturellen Bildung an Schulen liefern.

Auf dicht beschriebenen Flipcharts fanden sich zahlreiche Denkanstöße und Lösungsansätze, wie die internationale Bildungsarbeit von Schülerwettbewerben optimiert werden könnte – ein schönes Ergebnis für eine umfangreiche Tagung. Nach einem Mittagsimbiss reisten die Gäste zurück in ihre Heimatorte innerhalb Deutschlands – den Kopf weit offen für europäisches und globales Denken und Lernen.

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