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Bildung, Jugend, Kultur und Sport, Europakommunikation

EW-PreisträgerInnen nehmen europäische Schaltzentrale unter die Lupe

Brüssel gilt allgemeinhin als Schaltzentrale der europäischen Politik. Doch wer sind eigentlich „die in Brüssel“? Wer trifft, welche Entscheidungen? Wer muss zustimmen und wer kann auf den verschiedenen Ebenen Einfluss nehmen?

Acht Preisträgerinnen und Preisträger des Europäischen Wettbewerbs machten sich letzte Woche auf den Weg in die Hauptstadt Europas, in der sie Rainer Wieland MdEP, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, für drei Tage eingeladen hat. In mehreren Gesprächsterminen stand er den Jugendlichen Rede und Antwort, zu seiner europäischen Laufbahn, seinem Leben als Europaabgeordneter, aber auch zu großen europa- und weltpolitischen Fragen.

EW-Preisträgerinnen und Preisträger im Parlamentarium in Brüssel

Just in der ersten Woche nach der Sommerpause konnten die Jugendlichen aus Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Niedersachen den Brüsseler Wind spüren. Im Parlamentarium lernten sie die Integrationsgeschichte der Europäischen Union kennen und begaben sich dabei nicht nur auf eine Zeitreise durch die jüngste Europäische Geschichte sondern auch auf eine Reise über den europäischen Kontinent:

 

Einen Tag wie ein Parlamentarier fühlen – davon träumen viele. Für unsere Gewinnerinnen und Gewinner der diesjährigen Wettbewerbsrunde wurde es Realität: Ob bei der Simulation im Parlamentarium, bei einer Führung durch das Europäische Parlament – im Plenarsaal oder vorbei an der Presseecke – oder durch den detaillierten Einblick in den Terminkalender eines Abgeordneten – näher kann man dem Parlamentarierleben als Schüler oder Schülerin kaum kommen.

Das wussten auch unsere Preisträgerinnen und Preisträger, die ihre Chance nutzten und den Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments mit ihren Fragen löcherten: „Wie sind Sie in die Politik gekommen? Was interessiert Sie an Europa und wie stehen Sie zu Trump? Gibt es im Europaparlament einen Fraktionszwang? Darf jeder Abgeordneter in den Parlamentsausschuss, für den er/sie sich interessiert? Und warum gibt es überhaupt zwei Sitze des Europäischen Parlaments und macht das heute noch Sinn?“ seien hier nur beispielhaft angeführt. Rainer Wieland gewährte darüber hinaus Einblick in aktuelle europapolitische Debatten, so um das Europawahlrecht ab 16 Jahren, was jedoch keine Mehrheit im Ausschuss finden konnte oder auch die Frage der Sitzverteilung im Europäischen Parlament ab 2019. Er beleuchtete die Hintergründe von Unabhängigkeitsreferenden und staatlichen Anerkennungen und was einige Staats- und Regierungschefs wiederum davon abhält. Doch auch um die hauseigene Infrastruktur will sich gekümmert werden: rund 1,5 Millionen Mail erreichen mittlerweile wöchentlich den Server vom EP. Die 2010 100 Kilometer Kabel zur LAN-Nutzung waren folglich goldrichtig investiert.

In dem Gespräch mit der Pressereferentin der deutschen EVP-Fraktion bekamen die Jugendlichen Einblicke in einen „normalen“ Arbeitsalltag von Pressestellen in Brüssel. Anhand des kurz vorher veröffentlichten Urteils des Europäischen Gerichtshofs zur Klage von Ungarn, der Slowakei und Polen, die sich gegen die Quotenregelung zur Aufnahme von Flüchtlingen sperrten, wurde der enorme Zeitdruck deutlich, aber auch, wie wichtig es ist gezielte Kommunikation zu betreiben und zielgruppenspezifisch abzustimmen. eine Rolle.

 

In der Landesvertretung Baden-Württemberg bei der EU erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger abschließend einen Eindruck über die vielfältigen Wege der Einflussnahme in Brüssel: Im Brüsseler Sinne agieren nicht nur Unternehmen oder Wirtschaftsvertreter als Lobbyisten, sondern auch Gewerkschafter, Vertreter von NGO’s und eben auch von Nationalstaaten und Regionen.

Ausgeklungen ist die Preisträgerbegegnung im neuen Haus der Europäischen Geschichte, bevor sich die Presiträgerinnen und Presiträger von Brüssel wieder verabschiedeten.

Der Europäische Wettbewerb ist der älteste Schülerwettbewerb Deutschlands. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird auf Bundesebene gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Auswärtigen Amt. Die Trägerschaft des Europäischen Wettbewerbs teilen sich die Kultusministerien der Länder und die Europäische Bewegung Deutschland e.V..

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