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Europakommunikation, Wirtschaft & Finanzen

EZB stellt sich entschlossen der Inflation | EBD & EBÖ De-Briefing EZB-Rat

Wie reagieren wir auf die hohe Inflation? Am Donnerstag den, 27.10.2022 beschloss der EZB-Rat zum dritten Mal die drei Leitzinssätze der Europäische Zentralbank (EZB) anzuheben, erneut um jeweils 75 Basispunkte, also 0,75 Prozentpunkte. Damit setzte die EZB ein deutliches Zeichen im Kampf gegen die Inflation im Euroraum. 

Beim gemeinsamen De-Briefing der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. (EBD) und der Europäischen Bewegung Österreich e.V. (EBÖ) zum EZB-Rat am Freitag, den 28.10.2022 erläuterten Gabriel Glöckler, Principal Adviser in der Generaldirektion Kommunikation der EZB und Katrin Assenmacher, Abteilungsleiterin bei der EZB für den Bereich Geldpolitik, den 40 Teilnehmenden, wie die EZB auf die steigende Inflation in Europa reagieren will. Moderiert wurde das De-Briefing von Ortrun Gauper, ehrenamtliche Finanzreferentin der EBÖ.

Im ersten Teil der Sitzung ging es zunächst um die Ursachen der steigenden Preise in Europa. Angesichts des Angriffskriegs gegen die Ukraine und der darauffolgenden Energiekrise erreichte die Inflation im Euroraum im September einen hohen Wert von 9,9 %. Die EZB erwartet, dass diese Situation noch anhält, da der Energiesektor einen bedeutenden Bestandteil der Wirtschaft darstellt. Diese Entwicklung besorgt die Währungshüter genauso wie die privaten Haushalte und Unternehmen. 

Die EZB will verhindern, dass die Inflation auf Dauer über ihrem Ziel von 2 % Inflation auf mittlere Sicht abweicht.  Die erneute Zinserhöhung soll dafür sorgen, dass die Menschen und Unternehmen weniger Geld für Waren und Dienstleistungen ausgeben und somit die Preise sinken. Allerdings steht die EZB hierbei vor einem Dilemma: Das Anheben der Zinsen birgt das Risiko, die schon vorhandenen Rezessionstendenzen zu verstärken. Schon jetzt beurteilen viele private Haushalte und Unternehmen ihre finanzielle Situation als schlecht. Darüber hinaus macht sich der Effekt der Zinserhöhung, die sogenannte Transmission der Geldpolitik, erst verzögert bemerkbar. 

Die Expertinnen und Experten im De-Briefing betonten, dass die EZB in erster Linie für Preisstabilität und nicht für eine Vermeidung der Rezession zu sorgen hat. Dennoch werde die EZB die Weltwirtschaftslage stetig beobachten und die Zinsentwicklung von Ratstreffen zur Ratstreffen neu bewerten. Es wurde aber betont, dass die EZB anstrebe, die Inflationsrate bis 2024 wieder stabilisieren zu können.