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Frau Europas 2016: Adriana Lettrari

Foto: privat

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Geboren in der DDR, aufgewachsen in Europa: Welche Rolle spielt die einstige Teilung des europäischen Kontinents noch heute in unseren Köpfen? Diese Frage treibt „Wendekind“ Adriana Lettrari seit 2011 um. Mit dem von ihr gegründeten Netzwerk 3te Generation Ostdeutschland erforscht sie die Erfahrung der Wende als Chance und denkt die unterschiedliche Sozialisierung in Ost und West bewusst europäisch. Für ihr Engagement wird Adriana Lettrari nun mit dem „Preis Frauen Europas“ ausgezeichnet, der 2016 sein 25. Jubiläum feiert.

Die Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin, 1979 in Neustrelitz geboren und in Rostock aufgewachsen, hat die deutsche Teilung und die Spaltung des Kontinents durch den Eisernen Vorhang noch als Kind miterlebt. Die prägenden Jahre der Jugend verbrachte sie wie viele heute 30- bis 40-jährige „Wendekinder“ im wiedervereinigten Deutschland und erhielt damit eine Art „doppelte Sozialisation“ wie sie auch Altersgenossen in den osteuropäischen Nachbarstaaten in sich tragen. Den grenzüberschreitenden Dialog mit ihnen zu führen ist eines der Anliegen des Netzwerks 3te Generation Ostdeutschland. Mit dem kürzlich veröffentlichten Memorandum „Wir fangen einfach an“ plädiert die „Generation Deutsche Einheit“ der Jahrgänge 1975 bis 1985 (nun erweitert um West- und Migrantenkinder) für eine pluralistische Haltung zur Lösung der aktuellen, auch gesamteuropäischen Zukunftsfragen.

Das Datum – der 9. November – hätte symbolischer nicht sein können, fand Adriana Lettrari, als sie erfuhr, dass die Wahl der Jury unter elf Kandidatinnen auf sie gefallen war: „Ihre Nachricht erreicht mich am Tag des Mauerfalls im Jubiläumsjahr 25 Jahre Deutsche Einheit und stellt eine ausgesprochen große Ehre für mich dar. Ich freue mich wirklich sehr über Ihre entgegengebrachte Wertschätzung meines Engagements für ein neues pluralistisches Selbstverständnis der heute 30- bis 40jährigen in Europa. Sie sind die zukünftigen EntscheiderInnen und aus diesem Grund ist ihre Wertorientierung von hoher Bedeutung.

Die Auszeichnung ist symbolisch – eine handgefertigte Brosche in den Europafarben Blau und Gold. Doch das Netzwerk der Preisträgerinnen bringt bürgerschaftlich aktive Europäerinnen zusammen und trägt langfristig. „Wir versuchen mit dem Preis Frauen Europas, Projekten und Frauen Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sonst nicht so stark in der Öffentlichkeit stehen“, sagt Prof. Gudrun Schmidt-Kärner, Präsidentin des „Preis Frauen Europas“ und Preisträgerin von 1999. Bis 30.9. waren die 249 Mitgliedsorganisationen der Europäischen Bewegung Deutschland aufgerufen, ihre Vorschläge einzureichen. Am 8. November tagte die Jury aus ehemaligen Preisträgerinnen und Vorstandsmitgliedern der EBD, um die Nachfolgerin der amtierenden „Frau Europas“, Linn Selle, zu wählen. Der Festakt zum 25. Jubiläum des „Preis Frauen Europa“ wird im Herbst 2016 stattfinden.

Mit dem „Preis Frauen Europas – Deutschland“ ehrt die Europäische Bewegung Deutschland seit 1991 Frauen, die sich durch ihr mutiges, kreatives oder hartnäckiges ehrenamtliches Engagement in besonderer Weise für das Zusammenwachsen und die Festigung eines vereinten Europas einsetzen.

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