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  • 30.10.2009 - 14:36 GMT

HDE: Keine SEPA-Lastschrift im Handel

Der Handel hält am bewährten und beliebten Bezahlen mit EC-Karte und Unterschrift (EC-Lastschriftverfahren/ELV) fest.

Zum Start der SEPA-Lastschrift am 1. November erklärte heute in Berlin der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth:
Der Handel hält am bewährten und beliebten Bezahlen mit EC-Karte und Unterschrift (EC-Lastschriftverfahren/ELV) fest. Daran ändert auch die Einführung der SEPA-Lastschrift nichts. Bei diesem von den Banken gepushten System ist das ELV-Verfahren nicht nutzbar. Die Banken haben es versäumt, dem Handel ein adäquates Zahlungssystem anzubieten. Daher sehen wir keine Alternative zur Beibehaltung des alten deutschen Lastschriftverfahrens parallel zu dem neuen SEPA-Verfahren. Ein Enddatum für die Abschaltung des ELV darf es nicht geben. Erst, wenn es alternative Systeme gibt, die genauso sicher, bequem und kostengünstig sind, wird der Handel das EC-Lastschriftverfahren aufgeben.

Bei der SEPA-Lastschrift muss der Kunde auf dem Lastschriftmandat seinen Namen und die vollständige Adresse angeben. Bei der EC-Lastschrift sind Kontonummer und Bankleitzahl ausreichend, die automatisch von der Bankkarte ausgelesen werden. Damit geht das ELV- anders als SEPA-Verfahren sparsam mit den Daten der Kunden um. Zudem liegen die Einreichungsfristen für SEPA-Lastschriften mit mindestens fünf Tagen vor Fälligkeit weit über den heute möglichen Fristen.
Die Kreditwirtschaft preist als Alternative das Electronic Cash-Verfahren mit PIN-Eingabe (jetzt Girocard) an. Es wird zwar ebenfalls häufig im Handel verwendet, ist aber im Vergleich zu ELV wesentlich teurer. Hier muss der Händler 0,3 Prozent des Umsatzes, mindestens jedoch acht Cent an die Bank zahlen. Insgesamt kostet EC-Cash den Handel jährlich cirka 250 Millionen Euro, die letztendlich an die Kunden weitergegeben werden müssen. ELV verursacht dagegen nur dann Kosten, wenn es zu Rücklastschriften oder Betrugsfällen kommt. Die Sicherheit für den Handel konnte allerdings durch die Zusammenarbeit mit der Polizei unter dem Projekt KUNO wesentlich verbessert werden. Es ist heute sicherer als das EC-Cash.
Das Bezahlen mit EC-Karte und Unterschrift ist eines der meistgenutzten Zahlungsmittel im Handel. Etwa zwölf Prozent des Umsatzes werden mit diesem System getätigt. Es ist für die Kunden zu jeder Zeit völlig risikolos und sicher: Zum einen kann eine ungerechtfertigte Lastschrift stets zurückgegeben werden und zum anderen ist eine PIN-Eingabe nicht erforderlich.
Hauptverband des deutschen Einzelhandels

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