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  • 10.03.2010 - 16:16 GMT

HDE: Lebensmittel-Kennzeichnung mit Realitätssinn

„Wir brauchen realistische und praxistaugliche Regelungen für die Kennzeichnung von Lebensmitteln“, forderte heute in Berlin Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Mit Blick auf die Abstimmung des Umweltausschusses des EU-Parlaments über den Berichtsentwurfs zur Lebensmittelkennzeichnung sagte Genth: "Alles, was künftig gesetzlich Pflicht sein soll, muss auch praktikabel sein." Das gelte für eine künftige Nährwertkennzeichnung ebenso wie eine Herkunftskennzeichnung von Produkten und Zutaten. Zu den im Berichtsentwurf der EU-Abgeordneten Renate Sommer enthaltenen 201 Änderungsanträge stehen am kommenden Dienstag 374 weitere Anträge zur Abstimmung.
"Der deutsche Einzelhandel erwartet, dass die Abgeordneten mit Augenmaß und Sachverstand über neue Kennzeichnungsregeln entscheiden", sagte Genth. Im Lebensmittelhandel gebe es vielfältige Aktivitäten zur Kennzeichnung. Diese müssten bei der Diskussion in der EU angemessen berücksichtigt werden. So würden bereits heute etwa 90 Prozent der Eigenmarken eine Nährwertkennzeichnung tragen. Außerdem würden bei immer mehr Produkten einzelne Nährstoffe einer Portion eines Lebensmittels ins Verhältnis zum Tagesbedarf gesetzt. "Bei der Nährwertinformation sind für die Verbraucher Angaben über Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker entscheidend", sagte Genth "Darauf sollte sich daher auch die Nährwertinformation beschränken."
Realitätssinn forderte Genth auch bei der Regelung der Herkunftskennzeichnung ein: „Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, womöglich bezogen auf einzelne Zutaten, ist nicht praktikabel.“ Der Einsatz verschiedener Rohstoffe, die je nach Verfügbarkeit in ihrem Ursprung variieren können, mache ein breites Produktangebot für die Verbraucher erst möglich.
Auch bei der Kennzeichnung der losen Ware dürfe das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden. "Weitere verpflichtende Kennzeichnungsregelungen für die lose Ware gehen zu weit. Sie würden auf Dauer zu einer Reduzierung des Produktangebots führen", so der HDE-Chef. Die Information der Kunden etwa über das allergene Potenzial der Produkte sei auch anders möglich, zum Beispiel im Verkaufsgespräch.

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