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IB | Initiativen zur Digitalisierung müssen besser vernetzt werden

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Peter Backfisch (Foto: Privat).

Peter Backfisch, Referent für Europapolitik des Internationalen Bundes (IB), warnt vor einer „digitalen Spaltung im Bildungsbereich und der Gesellschaft“. Nur durch Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Bildungsträgern könne einer solchen Entwicklung entgegengewirkt werden. Sein Ansatz: „Initiativen zur Digitalisierung müssen lokal, national und europaweit besser vernetzt werden.“

Die Stellungnahme im Wortlaut:

„Bildung und Qualifizierung sind Grundvoraussetzungen für individuelle Existenzsicherung, persönliche Entfaltung und gesellschaftliche Fortentwicklung. Diesem Selbstverständnis, das der Internationale Bund aus seinen Grundsätzen herleitet, werden wir durch ein breit gefächertes Angebot für Jugendliche, Erwachsene und Senioren gerecht.

In unserer Wissensgesellschaft nimmt die Digitalisierung der Wirtschaft einen wichtigen Stellenwert ein. Arbeit, Bildung und soziales Miteinander verändern sich grundlegend.  Der IB beschäftigt sich deshalb seit geraumer Zeit mit diesem Thema und richtet seine Bildungsarbeit auf digitale Bildungsangebote aus. Auch nimmt er aktiv an überregionalen Diskussionen und Veranstaltungen zum Thema teil. So war der IB 2016 einer der Mitveranstalter des 6. Deutschen Weiterbildungstages des Bildungsverbandes. Thema war „Weiterbildung 4.0 – Fit für die digitale Welt“. Dazu fanden rund 580 Aktionen statt. Schirmherr war der EU-Kommissar Günther Oettinger. Unterstützt wurde der Weiterbildungstag darüber hinaus von Bildungsministerin Johanna Wanka, Arbeitsministerin Andrea Nahles und dem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Der IB betreibt schon seit Jahren eine eigene „Online Akademie“. Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Kurse zu verschiedenen Themen zur Verfügung. In einem internen Wissensmanagement-Tool, können IB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bildungsangebote abrufen.

Der IB unterstützt die Initiative von Bildungsministerin Wanka zur Ausstattung von Schulen in Deutschland mit Computern und freiem Internet. Investitionen müssen aber auch in die außerschulische Bildung, die berufliche Bildung und die Erwachsenenbildung getätigt werden. Nur mit einem abgestimmten Konzept und Zusammenarbeit zwischen staatlichen (Schule, Hochschule) und nicht-staatlichen Organisationen (Unternehmen, Weiterbildungsträger) kann der drohenden digitalen Spaltung im Bildungsbereich und der Gesellschaft entgegengewirkt werden.

In seinem Grußwort zum Deutschen Weiterbildungstag 2016 (DWT) stellte Günther Oettinger fest: „Nichts könnte wichtiger für die Weiterbildung sein als digitale Technologien. Wir brauchen Institutionen und fähige Fachleute, und eine effiziente Vernetzung aller Akteure – zum Austausch von Erfahrungen, zur schnelleren Verbreitung neuer Ansätze, und zur Mobilmachung. Auch hier hat die Digitalisierung eine wichtige Rolle zu spielen. Sie erleichtert es außerdem, diese Vernetzung auch über die Grenzen hinweg aufzubauen, ganz im Sinne des DWT-Mottos vor zwei Jahren: ,Europa bilden‘“. Damit machte er unmissverständlich klar, dass Weiterbildung ein europäisches Thema ist.

Die im Rahmen ihrer Strategie für den digitalen Binnenmarkt von der Europäische Kommission im April 2016 vorgestellten Maßnahmen zur Optimierung von Wirtschaft, Kleinen und Mittleren Unternehmen, Forschung und Behörden in der EU werden vom IB unterstützt. Es geht darum, nationale Initiativen zu unterstützen und zu verknüpfen. Damit fördert die EU-Kommission die Digitalisierung von Unternehmen aus allen Branchen und der entsprechenden Dienstleistungen und schafft – gestützt auf strategische Partnerschaften und Netze – neue Investitionsanreize. Zudem schlägt die Kommission konkrete Maßnahmen vor, um die Entwicklung gemeinsamer Standards in Schwerpunktbereichen wie den 5G-Kommunikationsnetzen zu beschleunigen und die öffentlichen Dienste zu modernisieren.  Der IB unterstützt diese Maßnahmen und sieht darin eine Stärkung digitaler Fähigkeiten der EU-Bürger.

Die beschriebenen nationalen und europäischen Investitionen in der digitalen Bildung wurden von den gesellschaftlichen Akteuren, Parteien, Gewerkschaften, öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen begrüßt. Besonders die angekündigte Zusammenarbeit der Verantwortlichen in den Ländern und im Bund lässt hoffen, dass wir vor allem in der Informationstechnik vorankommen werden. Der IB sieht in diesen Entwicklungen einen positiven Trend, der den Zugang zu Bildung in Deutschland für alle gesellschaftlichen Gruppen erweitern wird und damit einen Beitrag zur Verhinderung einer digitalen Spaltung leistet.

Forderungen des IB

  • Ergänzend zu dem angekündigten Programm von Bildungsministerin Johanna Wanka zur Ausstattung von Schulen mit Informationstechnik fordert der IB, ein Programm zur Digitalisierung der Erwachsenen- und Weiterbildung ins Leben zu rufen.
  • Nötig ist ein einheitliches IT-Qualifizierungsprogramm für Lehr- und Ausbildungspersonal, das die Aspekte der Lehr- und Lernforschung berücksichtigt.
  • Die Fähigkeiten und Kenntnisse des Lehrpersonals müssen dokumentiert und anerkannt werden.
  • Um die Integration von Flüchtlingen und Migranten zu erleichtern, müssen bestehende lokale Initiativen organisatorisch und finanziell von der EU, dem Bund und den Ländern unterstützt werden.
  • Die EU-Kommission muss ein eigenes Programm zur Digitalisierung von Bildung ins Leben rufen.“

bildmarke-ebd-telegramm-digitale-bildungDas EBD Telegramm zu Digitaler Bildung gibt einen Überblick über die Positionen der Mitgliedsorganisationen in Deutschlands größtem Netzwerk für Europapolitik. Zum Telegramm gelangen Sie hier.

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