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EU-Erweiterung, Außen- und Sicherheitspolitik, Europäische Wertegemeinschaft

IB | Vorstandsvorsitzender Fojkar erinnert an ein humanitäres Vorbild von 1979

Auf dem Meer treiben Flüchtlinge in kaum seetüchtigen Booten und Italien schickt seine Marine, um sie in einem humanitären Akt vor dem sicheren Tod zu retten.

Das ist tatsächlich genauso geschehen. Allerdings nicht vor ein paar Tagen oder Wochen und nicht im Mittelmeer, sondern heute genau vor 40 Jahren. Und die Flüchtlinge waren beispielsweise auch keine Afrikaner*innen, sondern Vietnamesen*Vietnamesinnen, die ihr Heil in der Flucht übers Meer gesucht haben. Boatpeople hießen sie damals, und das Italien war tatsächlich das einzige Land der Europäischen Union, das Marineschiffe aussandte, um 900 Flüchtlinge nach Italien zu bringen, die dort herzlich aufgenommen wurden.

Heute liegen die Fluchtländer von Italien aus gesehen näher, nämlich an den Rändern des Mittelmeeres. Angesichts der großen Zahl der Flüchtlinge hat die Bereitschaft, dem humanitären Vorbild von 1979 zu folgen, deutlich abgenommen. Hinzu kommen Diskussionen über Aufnahmequoten.

Gefragt ist die gegenseitige Solidarität der Länder, die nicht unmittelbar ans Mittelmeer grenzen mit denen, die erste Anlaufstellen für Bootsflüchtlinge sind.

Europa basiert auf gemeinsamen Werten und Zielen. Sie sind gewissermaßen die Klammer, die die unterschiedlichen Länder in der Union zusammenhält. Zu diesen Werten gehört auch die Sorge um Menschen, die unter Lebensgefahr versuchen, ein Land der EU in der Hoffnung auf Hilfe und Unterstützung zu finden.

Menschen werden auch in Zukunft immer wieder aus verschiedensten Gründen ihre angestammte Heimat verlassen. Durch den Klimawandel wird ihre Zahl auf absehbare Zeit wohl noch steigen. Das ist auch eine Bewährungsprobe für die Europäische Union. Die Menschen in den Industrienationen haben durch ihren Lebensstil nachweislich zum Klimawandel beigetragen. Insofern haben wir auch eine besondere Verantwortung für die Menschen, die wegen des Klimawandels in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sehen, weil Wetterextreme zunehmen, Ernten vernichtet werden und das Land die Menschen nicht mehr ernährt.

Der IB beteiligt sich aktiv im Rahmen seiner Entwicklungszusammenarbeit daran, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben können und weiterhin dort ihr Auskommen haben und wird diese Anstrengungen noch intensivieren. Aber auch dadurch wird nicht zu verhindern sein, dass viele ihre Zukunft in Ländern der Europäischen Union suchen. Ihnen müssen wir auch weiterhin im Rahmen unserer Möglichkeiten Hilfe und Unterstützung bieten. Gleichzeitig müssen wir unseren Lebensstil so anpassen, dass wir in den Industrienationen den Klimawandel nicht weiter fördern. Das sind die Herausforderungen der Zukunft. In 40 Jahren wird die Nachwelt beurteilen können, ob wir sie gemeistert haben.

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