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  • 25.02.2013 - 11:49 GMT
  • JEF
Bildung, Jugend, Kultur & Sport

JEF: Mut braucht der Gauck

Es war eine historische Chance, doch Gauck „der Europäer“ hat sie vergeben. Mut und Tatkraft wünscht er sich für Europa, doch da sollte er sich erst einmal an der eigenen Nase packen. Der Bundespräsident geizt mit klaren Worten und in seiner Rede degradiert er die Jugend Europas zur Randnotiz – ein Affront!

Gauck der Europäer

Man hatte sie erwartet, diese Rede, über die Perspektiven und Ideen des Bundespräsidenten für Europa. Als Gauck ankündigte, seine erste große Rede der Zukunft Europas zu widmen, hatte er ein starkes Vorzeichen gesetzt. Allein, diese europäische Chance hat er gnadenlos vergeben.

In gutpastoralem Ton hob der Bundespräsident die Bedeutung Europas als Friedensstifter hervor. Er rief alle Bürgerrinnen und Bürger auf, sich mit Mut und Tatkraft Europa zu nähern und die Verantwortung nicht an andere zu delegieren. Auch forderte er eine „Europäische Agora“, „Arte für Alle“ und an die Medien appellierte er, sich vermehrt um europäische Themen zu kümmern. Wohlfeil gesprochen, doch wenig mehr als Schall und Rauch.

Klarheit, wir brauchen Klarheit!

Unsicherheit und Angst solle man den Bürgern nehmen, so Gauck, denn auch wenn manche eine Reform der Institutionen wünschen, so stelle kaum jemand die Werte Europas in Frage. Frieden, Freiheit, Solidarität seien nicht nur ein Versprechen, sondern verbindlich und das einigende Band Europas. Ja, Probleme habe man schon, aber im Grunde handle es bei Europa dann doch um eine Erfolgsgeschichte, das war zumindest seine Botschaft. In Hinblick auf den massiven „Vertrauensverlust“ in die Europäische Integration und ihre Institutionen, waren das geradezu dürre Sätze.

Mit einem Appell an die Medien ist es nicht getan. Wie soll das Misstrauen in Europa gegenüber den Institutionen denn nun wiederhergestellt werden? Auch ein Bundespräsident muss hier konkreter werden.

Jedenfalls reicht es nicht, den Medien und den Bürgern den schwarzen Peter zuzuschieben. Die Europäischen Institutionen bedürfen grundlegender Reformen. Gerade das Europäische Parlament muss weiter gestärkt, seine Wahrnehmung in den Medien durch europäische Parteien und Spitzenkandidaten erhöht werden. Wer einen europäischen Diskurs fordert, der muss sich auch klar für einen europäischen Moderator aussprechen!

Jugend – eine Randnotiz im Skript des Bundespräsidenten

Ich bin enttäuscht und empört, dass ein Bundespräsident in einer Grundsatzrede zur Zukunft Europas und angesichts enorm hoher Jugendarbeitslosigkeit in zahlreichen Mitgliedstaaten, die Jugend schlichtweg ignoriert. Wenn jemand die historischen Errungenschaften Europas über den grünen Klee lobt, sich freimütig auf die eigene Schulter klopft und dann nicht einmal in der Lage ist, die Jugendlichen Europas in diese Kulturgemeinschaft angemessen einzubinden, ja dies nicht einmal angemessen zur Sprache bringt, dann ist er seiner Aufgabe nicht gerecht geworden.

Gauck „der Europäer“ hat die Bürger an ihre Pflichten erinnert, er hat auch die Medien an ihre Pflichten erinnert. Seine eigenen scheint er über all dem Erinnern vergessen zu haben und vergessen hat er auch die Jugend Europas. Mut hätte er gebraucht, Mut die Dinge beim Namen zu nennen. Doch Gauck der Europäer kennt keine Klarheit und Jugendliche sind für ihn wenig mehr als eine Randnotiz.

Wer Jugendliche nicht anspricht, der kann sie auch nicht erreichen. Schade, denn ohne die europäische Jugend wird es die europäische Integration in Zukunft schwer haben.

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