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  • 15.03.2013 - 10:15 GMT

JUGEND für Europa: EU-Jugendstrategie praktisch: Kunst und Freiwilligendienst unter einem Dach

In der Integrativen Kindertagesstätte Biedermann in Leipzig hat man festgestellt, dass Kunst und Europäischer Freiwilligendienst sich hervorragend ergänzen. Und das schon seit drei Jahren.

Die Kita Biedermann im Leipziger Stadtteil Connewitz bietet Platz für 120 Kinder in acht Gruppen im Alter zwischen einem Jahr und dem Schuleintritt. Acht der Mädchen und Jungen haben verschiedenste Beeinträchtigungen. Die Kita ist eine von drei Kindertagesstätten, die das Internationale Bildungs- und Sozialwerk e.V. als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe unterhält.

Seit Herbst 2010 hat die Kita fünf Europäische Freiwillige aufgenommen. Augenblicklich verbringen Nataša Stanić aus Serbien und Orfelia Papikyan aus Armenien ihren EFD in der Kita. Zuvor hat man bereits gute Erfahrungen mit zwei jungen Männern aus den Niederlanden und Frankreich gesammelt.

Interesse für Kunst und Kultur wecken

„Unsere Kinder haben durch den Kontakt mit jungen Menschen aus anderen europäischen Ländern die Möglichkeit, eine neue Mentalität, Kultur und eine fremde Sprache kennenzulernen“, sagt Tanja Drewermann, Leiterin der Kindertagesstätte. Dieser Kontakt harmoniert ausgezeichnet mit dem Konzept der Kita, das Interesse der Mädchen und Jungen für Kunst und Kultur zu wecken.

Die schöpferischen Angebote, die von den PädagogInnen der Kita Biedermann vermittelt werden, umfassen eine große Bandbreite. Dazu zählen sowohl die bildende Kunst als auch Tanz, Theater und Musik. Die Kinder werden daher auf vielfältige Weise motiviert: Sie malen, töpfern, werken, installieren, musizieren und besuchen Theaterstücke.

Die Europäischen Freiwilligen arbeiten einen Großteil ihrer Zeit in diesen Projekten und sorgen für Impulse. Hauptsächlich unterstützen sie die Gruppenarbeit, spielen mit den Kindern oder musizieren auch mit der Vorschulband. Zusätzlich können sie eigene Projekte planen und durchführen.

Video-Portrait der Kita

Jip de Beer ist ein gutes Beispiel. Der junge Freiwillige aus den Niederlanden verbrachte 2011 ein halbes Jahr in der Kita. Er hat, wie seine Vorgänger und Nachfolger, die Möglichkeiten der Kita genutzt, sich selber auf kreative Weise einzubringen. Jip drehte ein Video, in dem er den Alltag der Kita Biedermann sehr anschaulich portraitierte.

Der junge Freiwillige verfolgte sein Projekt mit viel Enthusiasmus. Seine Einsatzfreude hat sich auch auf die Kinder übertragen, denen es offensichtlich jede Menge Spaß bereitet hat, sich vor der Kamera zu zeigen. Jip hat der Kita durch sein Engagement etwas Bleibendes hinterlassen und den Kindern eine künstlerische Facette nähergebracht. Die Vorteile des EFD sind durchaus beidseitig: Jip wurde nicht zuletzt durch die Zeit in der Kita angeregt, ein Medienstudium aufzunehmen.

Neben der Projektarbeit kommen die Freiwilligen auch in den Kindergartengruppen und den Familiengruppen zum Einsatz und haben dort hauptsächlich mit Kindern ab zwei bis drei Jahren Kontakt. Sie unterstützen die PädagogInnen bei allen alltäglichen Aufgaben und beteiligen sich auch an den Angeboten. Die Freiwilligen sind somit vollständig in das Team eingebunden.

Anfängliche Sprachprobleme überwinden

„Da die Kinder viel freier kommunizieren als Erwachsene, spielten sprachliche Barrieren bislang kaum eine Rolle“, berichtet Tanja Drewermann. „Natürlich sind die Voraussetzungen der Freiwilligen im Hinblick auf ihre Sprachkenntnisse unterschiedlich, aber die anfänglichen Probleme nehmen die Kleinen kaum wahr. Kinder gehen viel unbefangener auf Menschen zu als Erwachsene.“ Verständigungsprobleme tauchen eher auf andere Weise auf. „Sprachbarrieren existieren teilweise in Bezug auf die Einarbeitung. Sprachkurse und die Vermittlung von Alltagsaufgaben helfen den Freiwilligen, die anfänglichen Sprachprobleme zu überwinden“, bemerkt die Diplom-Heilpädagogin.

Eltern unterstützen die Integration

Dörte Dietrich vom FAIRbund e.V., der koordinierenden Organisation für die Freiwilligen in Leipzig, hat die Integration der Freiwilligen meist als völlig unproblematisch empfunden und führt das auch auf die Unterstützung im Umfeld zurück. „Vor allem die Eltern begrüßen die Mitarbeit. Sie gehen gerne auf die jungen Leute aus dem europäischen Ausland zu, um ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern und schätzen die Vorteile, die ihre Kinder aus dem Kontakt mit jungen Menschen aus anderen europäischen Ländern ziehen.“

Die Stadt Leipzig unterstützt die Europäischen Freiwilligen, in dem sie sich als Bürger Leipzigs anmelden können. Sie erhalten zudem einen Leipzig-Pass, mit dem sie vielfältige Vergünstigungen der Stadt nutzen können.

Mit dem Engagement der Freiwilligen möchte die Kita Biedermann gerne auch in Zukunft fortfahren.

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