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Partizipation & Zivilgesellschaft

KAS | Begeistert, kritisch, unaufgeregt, resigniert – die Deutschen und Europa

Repräsentative Umfrage zu den vielfältigen Sichtweisen der Deutschen auf die EU

Direkt zur Umfrage kommen Sie hier

81 Prozent der Deutschen sind froh, wenn Europa in der Europäischen Union zusammenwächst. 65 Prozent meinen, Deutschland solle andere EU-Länder unterstützen, auch wenn das Deutschland keine Vorteile bringt. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Studie untersucht, was den Menschen bei der europäischen Integration wichtig ist. „Eine große Mehrheit findet es gut, dass Deutschland in der EU ist“, erläutert der Soziologe Dr. Jochen Roose. „Wir wollten wissen, warum die Menschen zu diesem Urteil kommen.“ Die Antwort: Es gibt unterschiedliche Gründe.

Vier Gruppen identifiziert die Studie.

Die begeisterten Europafans (34 Prozent) sehen die europäische Integration als Wert an sich. Sie wollen Unterstützung für andere EU-Länder, unabhängig von Vorteilen für Deutschland. Gleichzeitig sind die begeisterten Europafans überzeugt, dass Deutschland von der EU profitiert. Sie vertrauen den Akteuren auf europäischer Ebene und freuen sich, wie Europa in der EU zusammenwächst.

Die kritischen Europafans (24 Prozent) sind ähnlich. Auch sie befürworten eine europäische Integration und wünschen sich dabei ein Deutschland, das andere Länder unterstützt. Allerdings gibt es bei den kritischen Europafans eine gewisse Skepsis. Sie sind sich nicht ganz so sicher, dass es Deutschland besser geht, weil es in der EU ist. Auch bei den Akteuren auf europäischer Ebene reicht das Vertrauen nicht ganz so weit.

Die unaufgeregten Pragmatischen (22 Prozent) sind bei dem Vertrauen in europäische Akteure ebenfalls etwas vorsichtiger und Vorteile für Deutschland vermuten sie nur zum Teil. Diese Vorteile sind aus Sicht der unaufgeregten Pragmatischen aber der wichtigste Grund für die europäische Einigung. Generell sind sie vorsichtig in ihren Einschätzungen und urteilen oft mit einem abwägenden teils-teils. Sie haben das Gefühl, nicht so viel über die EU zu wissen.

Die resignierten Populistischen (17 Prozent) stehen der europäischen Integration ebenfalls etwas skeptischer gegenüber. Nach ihrer Meinung sollten wir uns um wichtige Dinge kümmern und nicht um die EU. Vor allem aber hegen sie ein tiefes Misstrauen gegen die Politiker auf europäischer Ebene. Die EU-Politiker sind nach Meinung der resignierten Populistischen zu weit weg von den Menschen, um gute Politik zu machen.

„Wir finden vier Gruppen, die jeweils unterschiedliche Maßstäbe an die EU anlegen. Drei von ihnen finden in ihrer großen Mehrheit die EU gut – aber aus unterschiedlichen Gründen.“ Die begeisterten Europafans begrüßen die europäische Einigung und sehen sie in der EU verwirklicht. Die kritischen Europafans wollen auch eine europäische Einigung, sind aber mit der aktuellen EU nicht so glücklich. Die unaufgeregten Pragmatischen halten sich im Urteil zurück, wollen aber vor allem eine EU, die Deutschland Vorteile bringt. Alle drei Gruppen finden Deutschlands EU-Mitgliedschaft eine gute Sache und freuen sich, dass Europa in der EU zusammenwächst. Allein die resignierten Populistischen sind da anderer Ansicht. Im kommenden Europawahlkampf wird es darum gehen, diesen verschiedenen Vorstellungen von Europa ein Angebot zu machen. Dabei geht es um mehr als nur für oder gegen Europa zu sein.

Die Studie
Vom 20. Juni 2023 bis 4. September 2023 hat das Meinungsforschungsinstitut USUMA GmbH im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. 4.010 Personen aus der deutschen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren für die Studie zufällig ausgewählt und telefonisch befragt (50 Prozent Festnetz/50 Prozent Mobilfunk).

Zur Studie.

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