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KAS | Repräsentative Umfrage zu europapolitischen Einstellungen von Erstwählerinnen und Erstwählern

Europabegeistert, aber offen für die Ränder

Wenn im Juni die Europawahl stattfindet, werden erstmals 16- und 17-Jährige teilnehmen dürfen. Es sind also einmalig sieben Jahrgänge, die erstmals für das Europaparlament abstimmen. Eine repräsentative Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung beleuchtet, wie die Wählergruppe der 16- bis 22-Jährigen über Europa denkt.

Die Unterstützung der Europäischen Union (EU) ist bei den jungen Wahlberechtigten groß. 81 Prozent halten Deutschlands Mitgliedschaft in der EU für eine gute Sache. 86 Prozent würden im Falle einer Volksabstimmung für den Verbleib Deutschlands in der EU stimmen. Allerdings gilt dies auch für die Wahlberechtigten insgesamt. Alle Altersgruppen zusammengenommen würden 87 Prozent für eine Fortsetzung der deutschen EU-Mitgliedschaft stimmen und 76 Prozent von allen halten es für eine gute Sache, wenn Deutschland Mitglied in der EU ist. Die Unterschiede zwischen den erstmals Wahlberechtigten und der Bevölkerung sind oftmals gering. Das gilt auch für die Ziele, die mit der EU verbunden werden. 86 Prozent der jungen Menschen, die bei der Europawahl zum ersten Mal wählen dürfen, sind froh, wenn Europa in der EU zusammenwächst. In der Gesamtbevölkerung sind es 81 Prozent. Genauso ähnlich ist die Ansicht, ob Deutschland unabhängig von eigenen Vorteilen andere Mitgliedsländer unterstützen sollte. Bei den 16- bis 22-Jährigen befürworten 64 Prozent eine solche selbstlose Unterstützung, bei allen Wahlberechtigten sind es mit 65 Prozent praktisch genauso viele.

Bei den Vorteilen, die Deutschland durch seine EU-Mitgliedschaft hat, sind die Jüngeren optimistischer als der Bevölkerungsdurchschnitt. 75 Prozent der 16- bis 22-Jährigen ist der Ansicht, es gehe Deutschland besser, weil es in der EU ist. Unter allen Wahlberechtigten sehen das nur 53 Prozent so.

Einen deutlichen Unterschied gibt es bei der Frage, welcher Partei am ehesten die Lösung der Probleme in Europa zugetraut wird. Zunächst fällt mehr als 40 Prozent dazu keine Partei ein. Dies gilt gleichermaßen für die Jüngeren und für alle Wahlberechtigten. Bei den genannten Parteien ist das Ergebnis aber nach Alter unterschiedlich. Unter allen Wahlberechtigten wird die CDU/CSU am häufigsten genannt. 22 Prozent sind der Meinung, die CDU/CSU wäre am ehesten in der Lage, die anstehenden Probleme in Europa zu lösen. 14 Prozent nennen die SPD, 10 Prozent die Grünen und 6 Prozent die AfD. Bei den 16- bis 22-Jährigen fällt das Ergebnis deutlich anders aus. Nur 8 Prozent von ihnen denken bei der Lösung der Probleme in Europa an die CDU/CSU. Stattdessen nennen sie die SPD (14 Prozent), die Grünen (10 Prozent) und die AfD (14 Prozent).

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