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  • 14.06.2013 - 14:51 GMT
  • KAS

Konrad-Adenauer-Stiftung: Der Euro – Währung für Europa

Argumente für die Gemeinschaftswährung

Der Euro ist mehr als eine Währung. Er ist das wichtigste Projekt, dem wir uns seit der Gründung der EU verschrieben haben. Unsere Währung bündelt europäische Freiheiten und symbolisiert, dass die europäischen Staaten über ihre Grenzen hinaus in der Lage sind, gemeinsam den Wohlstand in Europa zu stärken. Bereits seit einer Dekade ist der Euro eine solide Währung. Bürgern beschert er stabile Preise, Reisenden und Unternehmern erspart er, über Wechselkurse nachzudenken. Er schrieb die Tradition einer unabhängigen, der Geldwertstabilität verpflichteten Deutschen Bundesbank auf europäischer Ebene fort und wurde zu einer innerhalb wie außerhalb Europas geschätzten Reservewährung.
Die Schuldenkrise, die mit dem Beinahebankrott Griechenlands im Mai 2010 augenscheinlich wurde und bis heute anhält, hat aber gezeigt, dass Fehlentwicklungen in einzelnen Ländern die gesamte Eurozone ins Wanken bringen können. Eine Währungsunion ohne eine Politische Union zu begründen, war ein ökonomisch gewagter Ansatz, der aber das bis heute politisch Machbare darstellt. Geburtshelfer des Euro wurden daher der Stabilitäts- und Wachstumspakt und das Verbot, für die Schulden eines anderen Staates zu haften. Für ihre Wirksamkeit sind eine wirtschaftspolitische Koordinierung und ein funktionierender Sanktionsmechanismus unabdingbar. Diese wurden bereits 1993 in Maastricht eingeführt und im Zuge der Krise verschärft und maßgeblich erweitert.
Deshalb sollte heute, in der ersten großen Krise der Währungsunion, die Schlussfolgerung nicht lauten, die D-Mark oder andere Währungen einzuführen. Die politischen wie ökonomischen Folgen eines solchen Schritts, so simpel er erscheint, wären weitreichend und mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Vielmehr gilt es, gemeinsam die Konstruktionsmängel der Währungsunion zu beheben und eine europäische Stabilitätskultur zu stärken. Wer zur Eurozone gehört, der teilt Rechte und Pflichten, Chancen und Risiken. Daher muss jeder bei sich beginnen und seinen Beitrag leisten. Wenn dies in allen europäischen Staaten gelingt, dann bietet der aktuelle Rettungskurs mehr Chancen als Risiken. Dieser Weg ist nicht leicht. Doch ein einfacher Weg ist eine Illusion. Der Euro verdient eine Zukunft.

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