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Bildung, Jugend, Kultur und Sport

MEP | Das MEP 2019 – Europa hat die besseren Argumente

„Das wahre Leben und auch die echte Politik findet außerhalb der sozialen Medien statt“, so formulierte Bundesratspräsident bei der Fishbowldiskussion des 20. Planspiel „Modell Europa Parlament“ (MEP) im Bundesrat seine Position zum Thema der Rolle des Internets bei den Europawahlen. Allerdings dürfe man das Medium natürlich auch nicht den Europagegnern überlassen, sondern müsse sich im Netz für seine Werte einsetzen.

Das „Modell Europa Parlament Deutschland“ ist ein Planspiel für jungen Menschen, bei dem sie für eine Woche in die Rolle von EU-Abgeordneten schlüpfen und so Europa hautnah erleben und mitgestalten. Vom 27. bis 31. Januar 2019 hatte der Verein Schulgruppen aus jedem Bundesland sowie Gastdelegationen aus Österreich, Luxemburg, der Tschechischen Republik, den Niederlanden und Ungarn nach Berlin eingeladen, um über aktuelle Themen der Europäischen Union zu diskutieren. Das Projekt ist Teil des von Erasmus plus geförderten EU-Jugenddialogs. Das bedeutet, dass die MEP-Resolution zum Thema Jugend tatsächlich den Weg nach Brüssel in den Rat der Jugendminister nehmen wird. Das MEP ist damit eine konkrete Möglichkeit für die jungen Menschen, mitzureden.

Ein Höhepunkt war für alle sicherlich die Diskussion mit Daniel Günter, dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und aktuellem Bundesratspräsident. Auch hier drehten sich die Fragen und Kommentare der Jugendlichen um Bildung, Nachhaltigkeit und die Europawahlen. Günthers Botschaft an die Jugendlichen lautete: “Werden Sie selbst aktiv.“ Politik könne nicht alle Probleme lösen, wenn die Bürger selbst ihr Verhalten nicht überdenken und ändern würden. Demokratie sei anstrengend, denn jeder müsse seinen Beitrag leisten und einfache Lösungen gäbe es nicht.

Im Mittelpunkt des MEP standen aber die Debatten der Jugendlichen zu den acht Ausschussthemen: Dabei gingen die Delegierten in ihrer Rolle als Parlamentarier vollkommen auf – optisch wie auch sprachlich. So appellierten sie an die Verantwortung als Europäer, stritten für den Aufbau eines europäischen Bildungsraumes und fragten sich, ob die Umstellung auf erneuerbare Energien genauso viele Arbeitsplätze schaffe wie der Ausstieg aus den Kohleverstromung kostet. Sie forderten ein EU-weites Pfandsystem auf Getränkeflaschen, die Entwicklung von Algorithmen zur Erkennung und Blockierung von Bot-Accounts und sie befürworteten Friedensgespräche in Syrien unter Einbeziehung von verhandlungsbereiten Rebellen. Auch die parlamentarische Geschäftsordnung ging langsam in ihr Blut über: Sie stellten Änderungsanträge, strichen Resolutionen zusammen und hielten Reden wie die Profis. Dabei zitierten sie Staatslenker und Philosophen wie Konfuzius, Joschka Fischer und Heiko Maas. In 16 Stunden Debatte haben die Jugendlichen die Grundlage für eine hoffentlich bessere Welt gelegt. Und viele waren glücklich, trotz weicher Knie ihre Rede im Bundesrat gehalten zu haben.

Aber auch Spaß gehört zum MEP, so wie die gemeinschaftliche Tanzeinlage mit Europafähnchen vor dem Brandenburger Tor oder auch die szenischen Darbietungen zu den Themen der Ausschüsse. Und auch bei der Präsentation des zu vertretenden EU-Landes wurde gemeinsam gelacht und erste Kontakte geknüpft. Die sind wichtig, denn beim MEP geht es vor allem darum, andere für sich und seine politischen Positionen zu gewinnen.

 

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