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Nachgefragt bei… Marius Schlageter

Mit dem Format „Nachgefragt bei“ kommen wie zuvor bei der #EuropaPostkarte regelmäßig europapolitische Stimmen zu Wort. Heute heißt es: Nachgefragt bei… Marius Schlageter, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings, Mitglied der Jugendpolitischen Kommission der Ringe deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinderverbände sowie EBD-Vorstandsmitglied.

Warum brauchen wir eine Konferenz zur Zukunft Europas? 

„Wir haben der europäischen Integration viel zu verdanken. Jetzt braucht es aber auch Perspektiven und Ideen, wie wir die EU erneuern und weiterentwickeln können. Dafür kann die Konferenz zur Zukunft Europas eine Möglichkeit sein. Im Dialog mit der Zivilgesellschaft, Expert*innen und den Vertreter*innen der EU-Institutionen kann es gelingen, Anliegen und Visionen zu formulieren, um eine gemeinsame, europäische Vorstellung von der Zukunft Europas zu bekommen und diese dann konsequent in die Tat umzusetzen.“

Am 9. Mai wird die Konferenz zur Zukunft Europas offiziell eröffnet. Wie bewerten Sie die Rahmenbedingungen der Konferenz? 

„Als Vertreter*innen der Interessen junger Menschen in Deutschland erwarten wir von der Zukunftskonferenz nicht nur Worte, sondern sichtbare Reformen für ein demokratisches, soziales, nachhaltiges und zukunftsfestes Europa. Zum Auftakt sind jedoch leider noch zentrale Fragen offen, die aus der Sicht des Deutschen Bundesjugendring entscheidend für den Erfolg der Konferenz sind. Ein wichtiger Aspekt ist die Dauer des Prozesses. Das vorgesehene Jahr ist aus unserer Perspektive deutlich zu kurz, weil ernsthafte Debatten und wirksame Beteiligung Zeit benötigen, die in zwölf Monaten nicht ausreichend gegeben ist. Deshalb machen wir uns für eine Verlängerung der Konferenz auf die ursprünglich vorgesehenen zwei Jahre stark. Die Konferenz zur Zukunft Europas darf außerdem kein einfacher Bürger*innendialog sein. Vielmehr muss sich vor allem der Europäische Rat auf die Umsetzung der aus der Konferenz entstehenden Forderungen verpflichten. Wir bedauern zudem die weiterhin unklare Rolle der organisierten Zivilgesellschaft bei der Zukunftskonferenz und wünschen uns bald eine klare Perspektive, um unsere Expertise wirkungsvoll in die Zukunftskonferenz einbringen zu können.“

Welche Rolle kann und sollte die Jugend bei (oder im Rahmen) der Konferenz spielen?

„Die Europäische Union ist für uns junge Menschen kein Projekt mehr, sondern eine Lebensrealität. Eine klare Mehrheit junger EU-Bürger*innen identifiziert sich mit Europa und begreift sich in erster Linie als Europäer*in. Viel zu oft wird jungen Menschen gesagt, dass „wir die Zukunft sind“. Abgesehen davon, dass junge Menschen selbstverständlich auch schon Teil der Gegenwart sind, wird umso deutlicher, weshalb „unsere Zukunft“ bei der Konferenz zur Zukunft Europas Gehör finden muss. Für Jugendbeteiligung auf Augenhöhe braucht es aber entsprechende Rahmenbedingungen. Als organisierte Interessenvertretungen junger Menschen in Europa sind Jugendverbände, Jugendringe und das Europäische Jugendforum natürlich und gerne bereit sich einzubringen. Wer von der Zukunft der EU spricht sollte außerdem auch nicht vergessen, den Blick auf den Westbalkan zu richten. Auch die (jungen) Menschen dort haben ein Recht darauf, bei Fragen zur Zukunft der EU mitzusprechen.“

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