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Partizipation & Zivilgesellschaft

Netzwerken mit Abstand | Treffen der Trägerinnen des Preis Frauen Europas in Bayreuth

Lange Zeit war unklar, ob das alljährliche Festival Junger Künstler Bayreuth aufgrund der Einschränkungen der COVID-19-Pandemie dieses Jahr stattfinden würde. Festivalleiterin Sissy Thammer setzte sich jedoch dafür ein, dass die seit 1950 bestehende Tradition auch dieses Jahr, unter speziellen Hygienemaßnahmen, stattfinden konnte. Nach Monaten des primär digitalen Austauschs kamen einige Preisträgerinnen aus dem Netzwerk des Preis Frauen Europas vom 6. bis 8. August erstmalig wieder persönlich in Bayreuth zusammen. Bei bestem Sommerwetter ließ sich dies mit viel Frischluft und ausreichend Abstand gut umsetzen. 

Das Wochenende nutzten die Preisträgerinnen und ihre Gäste neben der Teilnahme am Festival für einen regen Austausch über ihr ehrenamtliches Engagement. Die Präsidentin des Netzwerks Gudrun Schmidt-Kärner und Vizepräsidentin Dr. Adriana Lettrari führten durch das Programm. Themen waren die gemeinsamen Ziele und Termine für das verbleibende und das kommende Jahr. Falls die Entwicklung der Pandemie es zulässt, plant das Netzwerk, im November 2020 zum kulturellen Herbstsalon einzuladen, der bereits in den vergangenen Jahren stattgefunden hat. Außerdem ist für Anfang Dezember eine Reise der Preisträgerinnen zur Verleihung der Women of Europe Awards des European Movement International (EMI) nach Brüssel geplant.

Das Netzwerktreffen diente zudem zur Vorbereitung eines möglichen Filmprojekts über den Preis Frauen Europas. Zwei Schülerinnen vom Schulzentrum Alfons Goppel in Schweinfurt waren dazu begleitet von ihrer Lehrerin Sabine Otter und der Präsidentin der EBD-Mitgliedsorganisation Europafels e.V., Brigitte Baur, angereist.

Der Austausch in Bayreuth bot den Preisträgerinnen die Möglichkeit, von ihren individuellen Projekten zu berichten. Die Preisträgerin von 2019 Katharina Wolf beschrieb die Herausforderungen ehrenamtlicher Tätigkeiten in Zeiten von Corona und verwies darauf, etablierte Austauschformate neu zu denken. Die Gründerin und langjährige Vorsitzende der EBD-Mitgliedsorganisation SOLWODI Sr. Dr. Lea Ackermann, die den Preis seit 1998 trägt, berichtete bei einem öffentlichen Kultursalon zum Thema „Europa vor Ort zeigen“ von ihren Projekten in Kenia. Bei diesem geht es vornehmlich darum, junge Frauen durch Ausbildungen bessere Zukunftschancen zu ermöglichen. Per Video schaltete sich außerdem Monika Hohlmeier MdEP zum Netzwerktreffen, um zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in Europa zu berichten. Sie beleuchtete insbesondere die Probleme für den Kreativ- und Kultursektor durch die Pandemie. Von der misslichen Lage an der tschechisch-deutschen Grenze in Coronazeiten berichtete Dr. Birgit Seelbinder, die als Präsidentin von Euregio Egrensis den europäischen Austausch fördert. EBD-Vorstandsmitglied Sabine Overkämping warf in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob es nach wie vor sinnvoll ist, den Begriff Grenze zu verwenden. Stattdessen solle die interregionale Zusammenarbeit in den Fokus rücken.

Neben dem Netzwerktreffen wurde auch das Kulturprogramm des Festivals in Bayreuth genossen, darunter u.a. eine Open-Air-Komödie und die Aufführungen des Ensembles Talking Drums. Durch den vollen Erfolg der zweiten Auflage des Netzwerktreffens in Bayreuth, ist dieses auch für August 2021 geplant. 


Seit 1991 ehrt die Europäische Bewegung Deutschland (EBD) mit dem Preis Frauen Europas – Deutschland Frauen, die sich durch ihr ehrenamtliches gesellschaftliches Engagement in besonderer Weise für das Zusammenwachsen und die Festigung eines vereinten Europas einsetzen. Die Preisträgerin erhält mit einer Brosche eine symbolische Auszeichnung und wird Teil des Netzwerks europäisch engagierter Frauen.

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