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Europäische Wertegemeinschaft, Partizipation & Zivilgesellschaft

Neuer EBD-Vorstand stellt sich vor: Sina Frank im Interview

Der EBD-Vorstand ist wieder vollzählig: Auf der diesjährigen EBD-Mitgliederversammlung wählten die Delegierten der 249 Mitgliedsorganisationen für insgesamt sieben vakante Posten neue Mitglieder in das geschäftsführende Gremium der EBD. Hier stellen sich die neuen Vorstandsmitglieder vor.

Diese Woche führen wir das Gespräch mit Sina Kaja Frank: Die gebürtige Baden-Württembergerin studierte Politik- und Europawissenschaften und lebt in Berlin. Seit 2014 leitet sie das Büro des DGB-Bundesvorsitzenden Reiner Hoffmann. Sie ist für den Deutschen Gewerkschaftsbund im EBD-Vorstand.

Das geschäftsführende EBD-Gremium unter der Leitung von EBD-Präsidentin Dr. Linn Selle hat insgesamt 29 Mitglieder. Alle Vorstandsmitglieder stellt die EBD hier zusammen.


Liebe Frau Frank, warum engagieren Sie sich bei der Europäischen Bewegung Deutschland?
Die EBD ist seit Jahrzehnten eine tragende Säule der europäischen organisierten Zivilgesellschaft. Sie gestaltet Europapolitik, ist Brutkasten für neue Ideen und bringt Europäerinnen und Europäer zusammen. Ich bin überzeugt, dass wir – bei allen weltanschaulichen Differenzen – nur gemeinsam und gut vernetzt für die europäische Idee einstehen und sie stärken können.

Warum engagieren Sie sich für Europapolitik?
Europa ist mein Zuhause. Ich lebe und arbeite in Berlin, bin aber nahe der Grenze zu Frankreich aufgewachsen. Mein Studium verbrachte ich in England und Tschechien, und drei Jahre habe ich in Brüssel, im Herzen Europas, gearbeitet. Europa ist für mich Zukunft und Zuversicht. Deshalb will ich die Frage, wie es damit weitergeht, nicht dem Zufall überlassen, sondern meinen Beitrag leisten.

Welche europapolitischen Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?
Für mich als Sozialdemokratin und Gewerkschafterin hat die Verwirklichung eines sozialen Europas Vorrang, das die Beschäftigten durch starke Arbeitnehmerrechte schützt und aktiv für einen Prozess der sozialen Aufwärtsentwicklung in allen EU-Mitgliedstaaten eintritt.

Was bedeutet Europa für Sie?
Was in der EU entschieden wird, betrifft uns alle – Schülerinnen und Schüler, Unternehmerinnen und Unternehmer, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die gesamte Gesellschaft. Wir sind die Bürgerinnen und Bürger. Vieles von dem, was wir als selbstverständlich wahrnehmen, haben wir auch – und vor allem – der EU zu verdanken! Umso mehr Grund gibt es, besorgt zu sein. Eurokrise, Flüchtlingsstreit und nicht zuletzt der bevorstehende Austritt Großbritanniens haben dem einst gefeierten Gemeinschaftsprojekt den Glanz geraubt. In den osteuropäischen Mitgliedstaaten steigt der Frust über das nicht eingelöste Versprechen einer Angleichung der Lebensverhältnisse. In den westeuropäischen Ländern wiederum macht sich Angst vor wirtschaftlichem und sozialem Abstieg breit. In diesen unruhigen Zeiten, in denen die Europäische Union immer weiter auseinanderzudriften droht, ist für mich als Gewerkschafterin das klare Bekenntnis zu Europa eine Angelegenheit der Vernunft und des Herzens.

Was muss sich in Europa in den nächsten Jahren verändern?
Die großen Reden über Europa sind alle gehalten. Wir brauchen kein Europa von oben mehr, es braucht eines von unten. Wir müssen die Menschen in der Europäischen Union stärker für ein Europa politisch mobilisieren, nicht nur als Adressatinnen und Adressaten, sondern als Akteurinnen und Akteure.

Was wünschen Sie sich für Europa?
Ich wünsche mir ein Europa, das begeistert.

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