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  • 18.04.2012 - 12:53 GMT

Neuer Verwaltungsratsvorsitzender des Think Tanks Bruegel: Jean-Claude Trichet

Von der Notenbank in die Denkfabrik: Der Finanzexperte Jean-Claude Trichet, der von November 2003 bis Oktober 2011 als Präsident die Geschicke der Europäischen Zentralbank leitete, steht seit April an der Spitze des Verwaltungsrates von Bruegel, einem wirtschaftspolitischen Think Tank mit Sitz in Brüssel. Er löst damit Leszek Balcerowicz ab, den aktuellen Gouverneur der polnischen Notenbank.

Trichet kann auf langjährige Erfahrungen in der französischen und europäischen Finanzpolitik zurückblicken. Neben einem Diplom als Bergbauingenieur erwarb er 1966 einen Master in Ökonomie sowie ein Diplom in Politikwissenschaft. Von 1969 bis 1971 besuchte er in Paris die École nationale d’administration (ENA), die traditionell die Elite der französischen Verwaltung ausbildet. In den folgenden Jahren hatte Trichet einige Positionen im französischen Wirtschafts- und Finanzministerium (unter anderem in der Abteilung Wirtschaftsprüfung, in der Generalinspektion für Finanzen und im Schatzamt) und als Berater des damaligen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing (1978-1981) inne. 1993 wurde der heute 69-Jährige zum Chef der französischen Nationalbank (Banque de France) ernannt, bevor er 2003 Wim Duisenberg als Präsident der EZB nachfolgte.

Die achtjährige Amtszeit des Franzosen endete am 31. Oktober 2011. Sein Nachfolger ist der Italiener Mario Draghi.