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  • 18.08.2011 - 08:00 GMT
  • DSGV
Wirtschaft & Finanzen

Präsident des DSGV: Finanztransaktionsteuer sollte nationale Bankenabgaben ersetzen

Als eine richtige Maßnahme auf dem Weg zu mehr Stabilität auf den Finanzmärkten hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) die Verständigung Deutschlands und Frankreichs auf eine Finanztransaktionsteuer für den Euro-Raum bezeichnet. „Die Finanztransaktionsteuer ist das richtige Instrument. Sie bringt ein deutlich höheres Aufkommen und hat eine dämpfende Wirkung für schnell drehende und die Stabilität gefährdende Produkte“, so der Präsident des DSGV, Heinrich Haasis, heute in Berlin.

Ein weiterer Vorteil der Finanztransaktionsteuer sei, dass sie auch das hochspekulative Geschäft der Schattenbanken erfasse, das gerade in den vergangenen Wochen erheblich mit zu den Börsenturbulenzen beigetragen hätte. „Wer ein höheres Risiko bei seinen Geschäften eingeht, soll auch mehr bezahlen. Das ist nur konsequent“, so Haasis. Die Erfassung dieser Geschäfte könne letztlich auch für mehr Transparenz auf den Märkten sorgen.

Haasis sprach sich dafür aus, nationale Bankenabgaben durch die Finanztransaktionsteuer zu ersetzen. Diese würden nur das an der Realwirtschaft ansetzende Bankgeschäft, wie zum Beispiel die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen, über die Bilanzen der Institute belasten. Gerade diese Geschäfte seien aber nicht ursächlich für die Finanzmarktkrise gewesen. Eine Finanztransaktionsteuer sei dagegen auch „verursachergerecht“. Als zusätzliche Belastung neben der Bankenabgabe sei die Finanztransaktionsteuer aber nicht tragbar.

Eine Einführung auf Euro-Ebene könne aber nur der Anfang für eine Finanztransaktionsteuer sein. „Ziel muss es sein, dieses Instrument mindestens auf EU-Ebene, besser noch auf Ebene der G-20 Staaten einzuführen“, so Haasis.

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