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  • 11.01.2013 - 09:38 GMT

„Raffiniert anti-europäisch“: EMI-Präsident Jo Leinen zur Büro-Eröffnung von Open Europe in Berlin

Mit einem Leserbrief wehrt sich EMI-Präsident Jo Leinen, MEP gegen die aus seiner Sicht einseitig positive Berichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) über den britischen Think Tank Open Europe: „Mit dem vordergründigen Werben für ein ‚Offenes Europa‘ wird insgeheim eine sehr nationalistische und egoistische britische Sicht der Europäischen Einigung hoffähig gemacht“, gibt Leinen zu bedenken.

Mit der Eröffnung eines Berliner Büros wolle der Think Tank seine Europa-Skepsis nun nach Deutschland exportieren.
„Großbritannien soll einem ‚Europa à la carte‘ entsprechen, das mit einer Rosinenpickerei nur dort mitmacht, wo seine eigenen Interessen liegen. Das hat nichts mehr mit dem Gründungsgedanken der EU als einem gemeinsamen Rechtsraum zu tun, in dem die gleichen Regeln für alle gelten und alle für alle einstehen. Der Briten-Rabatt, den Margaret Thatcher 1984 erpresst hat, steht sinnbildlich für ein unsolidarisches Verhalten des Landes zum Rest der EU“, fasst Leinen die in konservativen Kreisen Großbritanniens verbreitete Einstellung zu Europa zusammen, für die Open Europe sinnbildlich stehe. Mit dem Think Tank sei „ein Wolf im Schafspelz unterwegs“, der die Europäische Integration erschweren oder gar blockieren wolle.

Der Leserbrief ist am 4. Januar in der FAZ abgedruckt worden.

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